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Für wen Rudi Völler auf sein Stadionticket verzichten würde

Ein Last-Minute-Tor verbindet Rudi Völler bis heute besonders mit einem Ex-Mitspieler. (Archivbild) Foto: Christian Charisius/dp
Ein Last-Minute-Tor verbindet Rudi Völler bis heute besonders mit einem Ex-Mitspieler. (Archivbild) Foto
© Christian Charisius/dpa

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Für Rudi Völler war der Klassenerhalt mit Leverkusen 1996 ein emotionaler Moment. Warum der 66-Jährige deshalb sein eigenes Stadionticket einem Ex-Mitspieler geben würde.

Rudi Völler würde für seinen ehemaligen Teamkollegen Markus Münch auf sein eigenes Ticket für ein Fußballspiel verzichten. "Wenn Markus Münch mich anruft und sagt, er braucht eine Karte - für Leverkusen, ein Länderspiel oder egal wofür - und es gibt keine mehr, dann kriegt er meine", sagte Völler bei der Aufzeichnung des Legenden-Podcasts "Wie war das damals?" im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund.

Auslöser für diese besondere Verbundenheit ist ein prägendes Erlebnis: Münch hatte Bayer Leverkusen im Mai 1996, dem letzten Spiel von Völler in der Bundesliga, mit seinem Tor zum 1:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern vor dem Abstieg in die zweite Liga bewahrt. Ein Moment, der Völler auch lange nach dem Ende seiner Karriere in besonderer Erinnerung geblieben ist und geprägt hat. 

Bauchgefühl statt Berater in der Spielerkarriere

"Ich bin zwar nie deutscher Meister geworden, aber ich glaube, es gab für mich und meine Mitspieler damals in Leverkusen keinen größeren Moment als den, als Markus Münch kurz vor Schluss das Tor zum 1:1 gegen die Lauterer gemacht hat und wir in der Liga geblieben sind", erklärte Völler. "Obwohl wir da keine Schale oder keinen Pokal in der Hand hatten, aber die Freude kann bei einer deutschen Meisterschaft nicht größer gewesen sein", sagte der 66-Jährige.

Auf einen Berater verzichtete der heutige DFB-Sportdirektor als Spieler bewusst. "Ich habe meine Verträge immer selbst ausgehandelt", sagte Völler. "Als Spieler habe ich eigentlich immer nur auf mich gehört. Es ging für mich nur darum: Das ist mein Weg, das mache ich", sagte der Weltmeister von 1990. Mit mehr Verantwortung auch durch Frau und Kinder habe er "schon ein paar Dinge auch nicht nur aus dem Bauch heraus entscheiden".

dpa

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