Barbara Schock-Werner, Präsidentin des Zentral-Dombau-Vereins (ZDV), warnt vor zu hohen Eintrittspreisen für den Kölner Dom - und nennt auch Zahlen, die im Raum stehen. "Ich hoffe sehr, dass es ein Betrag unter zehn Euro wird", sagte Schock-Werner dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Was sie allerdings höre, seien "Beträge um die 12 bis 15 Euro".
"Das fände ich nun unfair gegenüber den Kölnerinnen und Kölnern sowie den Menschen aus der Region", betonte die 78-Jährige, die auch einst Kölner Dombaumeisterin war. Es gebe nicht nur Gottesdienstbesucher und Touristen, sondern auch einfach Liebhaberinnen und Liebhaber des Doms, die das Gotteshaus immer wieder besuchten, wenn sie in Köln seien. "Ich fürchte, viele von denen werden durch ein Eintrittsgeld abgeschreckt", sagte Schock-Werner.
Sorge um Großspender
Das Kölner Domkapitel hat angekündigt, dass der Besuch des Kölner Doms ab Juli Geld kosten soll. Damit sollten die gestiegenen Kosten für Pflege, Schutz und den laufenden Betrieb gedeckt werden, hieß es. Für Gottesdienstbesucher und Betende sowie Mitglieder des Zentral-Dombau-Vereins bleibe der Dom kostenfrei. Die Höhe der "Besichtigungsgebühr für touristische Besucherinnen und Besucher" ist aber noch unklar.
Der Zentral-Dombau-Verein ist eine Bürgerinitiative zur Erhaltung des Doms. Nach Angaben des Vereins tragen ZDV-Mitglieder bislang pro Jahr rund 60 Prozent der Bauerhaltungskosten.
Nach der Ankündigung fürchte man durchaus um die Großspender des Vereins, berichtete Schock-Werner. "Die könnten sagen: Wenn das Domkapitel jetzt selbst Millioneneinnahmen generiert, dann braucht der Dom unser Geld nicht mehr", sagte sie. Auch habe es in den ersten Tagen nach der Ankündigung "eine Reihe empörter Austritte" gegeben.