Die Kunstmesse Art Düsseldorf trotzt mit einer gestiegenen Ausstellerzahl den geopolitischen Krisen und der andauernden Wirtschaftsflaute. Zur achten Auflage der internationalen Messe präsentieren bis Sonntag 119 Galerien mit Standorten in 22 Ländern zeitgenössische Kunst. 32 Galerien seien erstmals auf der Art Düsseldorf vertreten, teilten die Veranstalter mit.
Zentraler Bezugspunkt der Messe bleibe mit 33 Galerien das Rheinland. Daneben sei erneut Berlin mit 31 Ausstellern besonders stark vertreten. Vergangenes Jahr hatten 108 Galerien an der Art Düsseldorf teilgenommen und 20.000 Besucherinnen und Besucher in das Areal Böhler gelockt.
Kaufentscheidungen in der Krise vorsichtiger
Messechef Walter Gehlen zeigte sich vor Beginn optimistisch. Die Art Düsseldorf könne neben ihrem inhaltsstarken Angebot auch mit dem reichen Ausstellungsspektrum in der Region punkten, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Natürlich, auf der anderen Seite ist nicht zu leugnen: Die geopolitische Lage ist angespannt", räumte er ein. "Kaufentscheidungen werden sorgfältiger getroffen."
Die Art Düsseldorf profitiere aber von einem starken Fundament im Rheinland, einem Ballungsraum mit zahlreichen Sammlerfamilien, Institutionen und Galerien, so Gehlen. "Dieses Fundament trägt die Messe auch in bewegteren Zeiten." Ergänzend dazu habe die Messe ein Netzwerk internationaler Sammler aufgebaut, die gezielt eingeladen würden. "Unsere Kontakte reichen von Japan und Korea über die Türkei bis hin zu den Benelux-Ländern."
Die Art Düsseldorf bietet traditionell ein großes Preisspektrum von wenigen Hundert Euro bis in den Millionen-Bereich.
Galerien in angespannter Lage
Die wirtschaftliche Lage der Galerien in Deutschland ist laut einer im September veröffentlichten Studie angespannt. Der Gesamtumsatz aller Galerien lag demnach geschätzt bei 600 Millionen Euro und damit deutlich unter den 890 Millionen Euro der Galerienstudie 2020. Nicht die Pandemie sei demnach der ökonomische Bruch gewesen, hatte das Institut für Strategieentwicklung (IFSE) konstatiert. Der eigentliche Einschnitt sei danach gekommen, als sich die globalen Krisen gehäuft und Sammler spürbar weniger Geld ausgegeben hätten.