Tierseuche
Westerwaldkreis plant Schutzzaun gegen Schweinepest

Ein Zaun soll die Schweine im Westerwald schützen. (Symbolbild) Foto: Federico Gambarini/dpa
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Bisher sind keine Wildschweine im Westerwaldkreis positiv auf Schweinepest getestet worden. Warum trotzdem ein Schutzzaun gebaut wird und was das für Wanderer bedeutet.

Der Westerwaldkreis im Norden von Rheinland-Pfalz will sich mit einem Schutzzaun gegen die weitere Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) wappnen. Wie die Kreisverwaltung mitteilte, soll entlang der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen in den Ortsgemeinden Stein-Neukirch und Liebenscheid ein Zaun errichtet werden. Die Maßnahme erfolge gemeinsam mit dem rheinland-pfälzischen Umweltministerium.

Hintergrund ist die zunehmende Ausbreitung der Tierseuche in Nordrhein-Westfalen. Im Landkreis Olpe war im Juni 2025 erstmals ASP bei Wildschweinen festgestellt worden. Inzwischen wurden dort nach Angaben der Behörden rund 640 Fälle nachgewiesen. Auch im benachbarten Kreis Siegen-Wittgenstein gibt es demnach Fälle: Der bislang nächstgelegene Fundort liegt rund 22 Kilometer von der Grenze des Westerwaldkreises entfernt.

Geringe Einschränkungen durch Zaun

Der geplante Schutzzaun soll vom Lager Stegskopf bis zum Dreiländereck verlaufen und später im Kreis Altenkirchen fortgeführt werden. Die Kosten übernimmt das Mainzer Umweltministerium. Nach Angaben der Kreisverwaltung sollen Wander- und Radwege durch Durchlässe weiter nutzbar bleiben. Auch für die Querungen der Landesstraße 296 und der Bundesstraße 54 seien Lösungen vorgesehen.

Die Afrikanische Schweinepest ist für Menschen ungefährlich, verläuft bei Haus- und Wildschweinen jedoch meist tödlich, wie der Kreis informiert. Einen Impfstoff gibt es bislang nicht. Um ein mögliches Auftreten frühzeitig zu erkennen, werden seit März 2026 in mehreren Verbandsgemeinden des Westerwaldkreises alle erlegten Wildschweine untersucht. Bislang wurden 227 Tiere getestet – alle Befunde waren negativ.

dpa