Kopf-Hals-Tumoren betreffen in Rheinland-Pfalz mehr Männer als Frauen – neue Zahlen zeigen aber eine vorsichtig positive Entwicklung. Das teilte das Institut für digitale Gesundheitsdaten in Mainz mit. Demnach wurden 2024 im Bundesland 429 Männer und 213 Frauen mit Kopf-Hals-Tumoren diagnostiziert, im selben Zeitraum starben 164 Männer und 73 Frauen daran. Die Zahlen machen dem Institut zufolge deutlich, dass Männer nach wie vor häufiger betroffen sind als Frauen.
Männer häufiger betroffen
Gleichzeitig würden die Auswertungen des Krebsregisters Rheinland-Pfalz eine insgesamt leicht positive Entwicklung zeigen. Besonders bei Männern gehen die Inzidenzraten demnach zurück, und auch bei Frauen sei ein rückläufiger Trend erkennbar, wenn auch weniger ausgeprägt.
Die Sterberaten entwickeln sich ebenfalls unterschiedlich: Bei Männern ist ein leichter Rückgang zu beobachten, während sie bei Frauen weitgehend stabil bleiben. Auffällig sei, dass sich die Erkrankungen vor allem im höheren Lebensalter häufen, mit Schwerpunkt in der Altersgruppe 70 bis 74 Jahre.
Diagnose oft in fortgeschrittenen Stadien
Kopf-Hals-Tumoren werden häufig erst in fortgeschrittenen Stadien diagnostiziert. Auswertungen zeigen eine insgesamt hohe Behandlungsqualität: Mehr als 80 Prozent der Tumoren werden innerhalb von sechs Wochen nach der Diagnose operiert. In mehr als 90 Prozent der Fälle wird die anschließende Therapie innerhalb von 16 Wochen abgeschlossen.
Kopf-Hals-Tumoren sind eine vielfältige Gruppe von Erkrankungen, deren Behandlung individuell abgestimmt werden muss. Meist kommen kombinierte Therapien aus Operation, Bestrahlung sowie Chemo- und Immuntherapie zum Einsatz. Fortschritte gab es vor allem bei chirurgischen Verfahren, etwa durch Laser- und roboterassistierte Techniken, teilte das Institut mit. Auch die Strahlentherapie wurde in den vergangenen Jahren präziser und schonender. Zudem gewinnen Immuntherapien zunehmend an Bedeutung.
Moderne Therapien verbessern Chancen
Rauchen und Alkoholkonsum zählen zu den wichtigsten Risikofaktoren. Zusätzlich spielen HPV-Infektionen (Humane Papillomviren) und berufliche Schadstoffbelastungen eine Rolle. Der Rückgang der Erkrankungszahlen wird unter anderem mit der seit Jahren sinkenden Raucherquote erklärt. Kopf-Hals-Tumoren äußern sich häufig durch Schwellungen im Hals- oder Mundbereich.
Hinter den Daten stehen das Institut für digitale Gesundheitsdaten Rheinland-Pfalz und das dort angesiedelte Krebsregister. Seit 2016 werden flächendeckend Daten aus Kliniken und Praxen erfasst, jährlich gehen Hunderttausende Meldungen ein, und inzwischen liegen Daten von insgesamt rund 700.000 Patientinnen und Patienten vor.
Datenbasis im Fokus der Forschung
Ziel ist es, die onkologische Versorgung durch gute Datengrundlagen nachhaltig zu verbessern. Das Institut ist eine Einrichtung des Landes, die sich mit der Erfassung, Verarbeitung und Auswertung von Gesundheitsdaten beschäftigt.