Am Verwaltungsgericht des Saarlandes ist die Zahl der Verfahren im vergangenen Jahr um rund 20 Prozent gestiegen. Gingen 2024 noch 1.979 Klagen ein, waren es 2025 dann 2.356, teilte die Sprecherin des Gerichts in Saarlouis der Deutschen Presse-Agentur mit. Der Anstieg dürfte auf die hohe Anzahl von Asylanträgen in den Vorjahren zurückzuführen sein.
In Folge wuchs im vergangenen Jahr die Zahl der Asylklagen und Asyl-Eilverfahren um rund 55 Prozent auf 1.116 Verfahren, wie das Gericht mitteilte. Das Verwaltungsgericht würde eine personelle Aufstockung begrüßen, hieß es. Es gebe zurzeit 17 Planstellen, von denen aktuell 16 besetzt seien.
Verwaltungsrichter-Bund forderte stärkere Ausstattung
Auch in anderen Bundesländern gab es nach Angaben vom Bund Deutscher Verwaltungsrichter und Verwaltungsrichterinnen (BDVR) 2025 einen deutlichen Anstieg der Verfahren. In Berlin und Nordrhein-Westfalen lag des Plus ebenfalls bei etwa 20 Prozent, in Bayern bei knapp 40 Prozent und in Sachsen-Anhalt bei rund 70 Prozent, teilte der BDVR mit.
Das Inkrafttreten der Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems im Juni 2026 werde die Verfahren im Bereich des Asylrechts weiter erhöhen. Die Klärung zahlreicher neuer und komplexer Rechtsfragen werde weitere Arbeitskraft an den Verwaltungsgerichten binden, hieß es.
Der BDVR appellierte an Bund und Länder, die personelle und sachliche Ausstattung der Verwaltungsgerichte weiter zu stärken. Ein neuerlicher Anstieg der Verfahrenslaufzeiten müsse unbedingt vermieden werden.