Vor Gericht
Prozess um mutmaßliches IS-Mitglied: Urteil erwartet

Wie das Gericht im Prozess gegen ein mutmaßliches IS-Mitglied entscheidet, wird sich am Montag zeigen. (Symbolbild) Foto: Sascha
Wie das Gericht im Prozess gegen ein mutmaßliches IS-Mitglied entscheidet, wird sich am Montag zeigen. (Symbolbild) Foto
© Sascha Ditscher/dpa
Die Anklage fordert Haft, die Verteidigung Freispruch. Das Oberlandesgericht in Koblenz entscheidet über die Zukunft eines Syrers und die Frage nach seiner Rolle beim IS.

Im Prozess gegen ein mutmaßliches Ex-Mitglied der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) wird heute (10.00 Uhr) voraussichtlich das Urteil verkündet. Die Anklage legte dem Mann zu Prozessbeginn am Landgericht Koblenz neben der IS-Mitgliedschaft auch Kriegsverbrechen und Mord zur Last. 

Die Bundesanwaltschaft sieht es als erwiesen an, dass sich der 46-jährige Syrer 2015 für rund einen Monat der Terrormiliz IS anschloss, als diese seinen damaligen Wohnort Al-Sawana in Syrien einnahm. 

In ihren Plädoyers sagten die Vertreter der Bundesanwaltschaft, der Angeklagte sei zwar wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland schuldig zu sprechen, in weiteren Punkten gebe es jedoch keine ausreichenden Beweise. Sie forderten eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten. 

Die Verteidiger beantragten in ihrem Schlussvortrag einen Freispruch. Das, was dem 46-Jährigen zu Last gelegt wurde, habe so nicht stattgefunden. 

Der Angeklagte saß von März 2023, nachdem er in Mainz verhaftet worden war, bis Anfang Juli 2024 in Untersuchungshaft. Der Zeitraum würde auf eine mögliche Freiheitsstrafe angerechnet werden.

dpa