Die rheinland-pfälzischen Jugendämter haben 2024 etwas mehr Kinder und Jugendliche in Obhut genommen als im Jahr zuvor. Das teilte das Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration mit. Demnach wurden insgesamt 1.600 junge Menschen vorübergehend aus ihren Familien herausgenommen. 2023 waren es 1.530. Die Inobhutnahmen erfolgten entweder auf eigenen Wunsch der Betroffenen oder wegen einer akuten Gefährdung ihres Wohls. Für 2025 liegen noch keine Zahlen vor.
Nahezu konstant blieb die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Ausländer, die von Jugendämtern betreut wurden. Während 2023 landesweit 764 Kinder und Jugendliche ohne Begleitung in Obhut genommen wurden, waren es 2024 mit 755 nur geringfügig weniger.
Gründe gelten als vielfältig
Stabil zeigt sich auch die Entwicklung bei den Unterbringungen in Heimen. Im Jahr 2024 erbrachten die Jugendämter in Rheinland-Pfalz 5.828 stationäre Hilfen, nach 5.705 im Jahr zuvor. Auch die Zahl der Unterbringungen in Pflegefamilien veränderte sich kaum.
Unterschiede zeigen sich dem Ministerium zufolge bei der Dauer der Unterbringung. In Pflegefamilien stieg die durchschnittliche Verweildauer von 32 Monaten im Jahr 2023 auf 36 Monate im Jahr 2024.
"Die Fälle einer akuten Kindeswohlgefährdung haben in den vergangenen Jahren leicht zugenommen", teilte das Ministerium in Mainz mit. Die Gründe dafür gelten als vielfältig und oft einzelfallbezogen. "Ob sich dahinter eine tatsächliche Zunahme der Gefährdungen verbirgt oder eine erhöhte Sensibilität bei den Melderinnen und Meldern - zum Beispiel Kita, Schule, Nachbarschaft -, kann mit den Zahlen nicht beantwortet werden."