Es fehlt an Personal und die Geburtenzahlen sinken: die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Altmark-Klinikum Gardelegen wird zum Donnerstag aus der regionalen Versorgung abgemeldet. "Trotz großer Anstrengungen und eines außerordentlich engagierten Teams kann ein verlässlicher Klinikbetrieb in der erforderlichen Qualität nicht mehr dauerhaft gewährleistet werden", so das Altmark-Klinikum. Das Krankenhaus Gardelegen bleibe aber ein Standort der Grund- und Regelversorgung für die Menschen in der Altmark.
"Die Klinik konnte schon seit Jahren nur dank eines hoch engagierten Kernteams sowie mit externer Unterstützung zur Sicherung der fachärztlichen 24/7-Besetzung geführt werden", erklärte der medizinische Geschäftsführer der Altmark Klinikum gGmbH, Michael Schoof. "Neues fachärztliches Personal und Hebammen zu gewinnen, ist - wie umfangreiche Akquise-Maßnahmen zeigen - nahezu aussichtslos."
Massiver Rückgang bei den Geburten von 273 auf 93 pro Jahr
Im Haus sinke die Zahl der Geburten. 273 waren es im Jahr 2021, im vergangenen Jahr nur noch 93, wie es hieß. Nur noch etwa jede dritte werdende Mutter im Versorgungsumkreis von 30 Kilometern nehme die Geburtshilfe Gardelegen in Anspruch. Viele wählten größere Häuser mit angeschlossener Kinderklinik und neonatologischem Angebot, führen nach Salzwedel, Stendal oder Magdeburg.
Seit dem Wegfall der stationären Pädiatrie in Gardelegen 2022 könnten Entbindungen hier erst nach der abgeschlossenen 36. Schwangerschaftswoche stattfinden, und auch nur dann, wenn ein risiko- und komplikationsfreier Verlauf absehbar sei.