Nur wenige Empfänger betroffen
Jobcenter kürzen häufiger Bürgergeld

Am häufigsten kürzten die Jobcenter in Sachsen-Anhalt Leistungen wegen verpasster Termine. (Archivbild) Foto: Jens Kalaene/dpa
Am häufigsten kürzten die Jobcenter in Sachsen-Anhalt Leistungen wegen verpasster Termine. (Archivbild) Foto
© Jens Kalaene/dpa
Im vergangenen Jahr haben die Jobcenter in Sachsen-Anhalt 19.800 Leistungskürzungen beim Bürgergeld ausgesprochen. Was der häufigste Grund für Kürzungen ist.

Die Jobcenter in Sachsen-Anhalt haben im vergangenen Jahr häufiger Leistungen beim Bürgergeld gekürzt als ein Jahr zuvor. Insgesamt wurden 19.800 Leistungsminderungen ausgesprochen – 4.300 mehr als im Vorjahr 2024, wie die Regionaldirektion der Arbeitsagentur Sachsen-Anhalt-Thüringen mitteilte. Betroffen waren demnach 8.400 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, 1.300 mehr als 2024. Die meisten Leistungsempfänger hätten allerdings keine Kürzungen erhalten, hieß es von Arbeitsagentur. Betroffen von Minderungen waren demnach 5,5 Prozent der Leistungsberechtigten. 

Auch bundesweit steigen Leistungskürzungen um 25 Prozent

"Neun von zehn Leistungsminderungen entstehen deshalb, weil vereinbarte Termine im Jobcenter ohne wichtigen Grund nicht wahrgenommen werden", sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion, Markus Behrens. Das seien rund 88 Prozent der Kürzungen gewesen. In sechs Prozent der Fälle seien Leistungen wegen der Weigerung zur Arbeitsaufnahme gekürzt worden. 

Mit dem Anstieg von Leistungskürzungen um rund 27 Prozent liegt Sachsen-Anhalt in etwa im Bundesschnitt. Bundesweit verzeichnete die Arbeitsagentur einen Anstieg der Kürzungen um 25 Prozent, wie sie Anfang der Woche mitgeteilt hatte.

dpa