Speditionen und Transporteure haben in Leipzig mit einem Konvoi gegen die hohen Spritpreise protestiert und Steuererleichterungen eingefordert. Nach Polizeiangaben hatten sich am Morgen vor dem Völkerschlachtdenkmal 22 Lastwagen und 69 Autos versammelt. Mit einem Hupkonzert ging es über den Innenstadtring bis zu einer Zwischenkundgebung an den Augustusplatz. Anschließend sollte der Konvoi wieder zum Völkerschlachtdenkmal zurückfahren.
Die Demonstration stand unter dem Motto: "Speditionen und Transporteure auf die Straße - CO2-Steuer abschaffen, Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe senken, Mineralölsteuer senken, Lohnnebenkosten senken, den Mittelstand stärken." Nach Angaben der Stadt waren bis zu 500 Teilnehmer angemeldet worden.
Lastwagenfahrer: "Viele merken es erst, wenn die Regale leer sind"
Es sei schon zehn nach Zwölf, sagte ein Lastwagenfahrer. "Erdöl ist teurer geworden, Diesel ist teurer geworden, die Maut. Es ist alles nicht mehr finanzierbar." Die Firmen lebten jetzt von Reserven. "Der eine oder andere wird erst munter, wenn die Regale im Supermarkt leer werden."
Die Sächsischen Industrie- und Handelskammern zeigten sich mit den Demonstrierenden solidarisch. Sie appellierten an die Bundesregierung, diesen Weckruf ernst zu nehmen und umfassende Strukturreformen zur nachhaltigen Entlastung der Wirtschaft auf den Weg zu bringen. "Die Bundesregierung bleibt weiterhin die dringend benötigte Strukturreform schuldig. Gerade in Krisenzeiten braucht es mutige und nachhaltige Entscheidungen, die über kurzfristige Maßnahmen hinausgehen", sagte Fabian Magerl, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer zu Leipzig.