Unterhaltung
Mit einem Kinderfilm aus Könnern auf die ganz großen Bühnen

Zu Beginn des Films erwachen fünf Marionetten zum Leben und fragen sich warum. Foto: Heiko Rebsch/dpa
Zu Beginn des Films erwachen fünf Marionetten zum Leben und fragen sich warum. Foto
© Heiko Rebsch/dpa
Volkmar Koch ist studierter Filmemacher, kann in seinem Beruf allerdings schon einige Jahre nicht mehr arbeiten. Wie Leidenschaft und Kreativität ihn trotzdem erfinderisch werden lassen.

"Mach was aus dem, was du hast und was du kannst" hat Volkmar Kochs Onkel immer zu ihm gesagt. Das hat er sich zu Herzen genommen. Was Koch kann, ist Filme produzieren, Marionetten bauen und kreativ sein. Was er hat, ist das Haus der alten Bäckerei in Könnern, einer Kleinstadt im Salzlandkreis. Und was er damit erreichen will? "Am liebsten jedes große Kino in Deutschland, oder sogar international", sagt der Familienvater. Mit einem mehrteiligen Kinderfilm von Könnern in die große Welt - das ist Kochs Plan. Wie das funktionieren soll. 

Vor allem mit großer Leidenschaft. Das wird deutlich, wenn Koch über sich und sein Projekt redet. Denn seine Augen fangen an zu leuchten und aus ihm sprudeln die Ideen nur so heraus. Bevor er vor einigen Jahren nach Könnern gezogen ist, hat Koch immer wieder auch an professionellen Filmsets mitgearbeitet. Wegen familiärer Verpflichtungen ist das heute nicht mehr möglich. 

Kinder und Bekannte helfen mit

Was sich nach einem Vollzeitjob als Filmemacher anhört, ist für Koch heute allerdings eher ein Freizeitvergnügen. Nach seiner Arbeit in einem Betrieb in Könnern oder am Wochenende baut er Kulissen, fertigt die Marionetten an und schreibt Drehbücher. 

Bald sollen dann endlich auch erste Sequenzen für den Film gedreht werden. Unterstützt wird Koch dabei von seinen drei Kindern und einem Bekannten. Losgehen kann es, wenn eine weitere Bekannte aus Querfurt die Kleider für die Marionetten fertig geschneidert hat. 

"Maya und die magischen Marionetten"

"Der Film soll für die ganze Familie sein", erklärt der Sachsen-Anhalter, der in Gräfenhainichen im Landkreis Wittenberg geboren wurde, einige Jahre in Halle lebte und dann nach Könnern zog. Die Geschichte dreht sich um fünf Marionetten, die in der alten Bäckerei in Könnern - in der Realität dem Wohnhaus von Koch - auf dem Dachboden aus einer Klappe fallen und zum Leben erwecken. Aber warum gibt es sie überhaupt? Wer hat sie gebaut und gespielt? Das finden die Holzpuppen im Laufe der Zeit heraus - und lernen dabei unter anderem Maya kennen. 

"Maya und die magischen Marionetten" soll also der erste Schritt sein, dem - wenn es nach Koch geht - viele weitere folgen sollen. "Wir planen außerdem gerade einen Horrorfilm, den wir auch hier in Könnern drehen wollen." Was am Ende zu sehen sein wird, entstehe momentan oft auch eher aus der Not heraus. "Ich bastle eben alles um das, was ich hier habe. Für mehr haben wir einfach momentan noch keine finanziellen Mittel." Dass Zeit und Geld oft fehlen, macht Koch manchmal immer wieder unzufrieden, wie er sagt. Förderanträge hat er allerdings zum Teil auch zurückgezogen. "Wir wollen versuchen, den Film über Crowdfunding zu finanzieren." 

Einfache Hilfe ist auch Hilfe

Obwohl die Bedingungen nicht ideal sind, träumt Koch unbeirrt vom großen Durchbruch als Filmemacher. "Wir sehen das große Ziel vor Augen, mit großer Leidenschaft, deshalb machen wir das." Neben Kinos sei er auch in Kontakt mit Sendern, die den Film - so er dann fertig ist - ausstrahlen könnten. Über einen Aufruf haben sich zahlreiche Menschen aus Sachsen-Anhalt bei ihm gemeldet, die dabei helfen wollen, den Film einzusprechen. "Darunter waren auch viele Sängerinnen und Sänger. So kam ich auf die Idee, dass die Marionetten immer am Ende gemeinsam singen." 

Über jede andere Unterstützung freue er sich natürlich auch, betont Koch. "Vielleicht auch nur, wenn hier jemand zum Dreh vorbeikommt mit ein paar Bockwürstchen."

dpa