Im Depot der Naumburger Straßenbahn dürften Angestellte und Ehrenamtliche erleichtert aufgeatmet haben. Denn "für die nächsten zwei Jahre sollte die Finanzierung gut gesichert sein", sagte der Geschäftsführer des Betreiberunternehmens, Andreas Plehn, der Deutschen Presse-Agentur. Ein Vertrag mit dem Burgenlandkreis sei unterschrieben.
Erst einmal muss also nicht mehr um das Überleben der "Wilden Zicke" - wie die Straßenbahn vor Ort genannt wird - gekämpft werden. Erstmals fuhr die Straßenbahn, damals noch als Dampflokomotive, im September 1892 durch Naumburg. Seitdem gab es immer wieder Betriebsstopps und Überlebenskämpfe. Zuletzt im vergangenen Jahr.
Nicht nur Regelbetrieb, sondern auch Extrafahrten
Mittlerweile ist jedoch klar: Die Straßenbahn kann weiterrollen. Außerdem können Plehn und sein Team damit rechnen, dass bis 2029 Geld vom Landkreis und dem Land fließen. Eine andere Lücke, die sich auftun könnte, will wahrscheinlich die Stadt schließen. So kann die Straßenbahn nicht nur zu regulären Zeiten fahren, sondern - wie bisher - Sonderfahrten einplanen, wenn in der Stadt gefeiert wird. Und auch das Deutschlandticket kann weiterhin anerkannt werden. Auch das stand zuletzt zur Debatte.
Zuletzt hatten die Betreiber einen Rekord der Fahrgastzahlen gemeldet. Auf der Strecke zwischen dem Naumburger Hauptbahnhof und der Innenstadt der bei Touristen beliebten Stadt im Süden von Sachsen-Anhalt seien im vergangenen Jahr rund 310.000 Menschen gefahren.
Personal für Digitalisierung und Vertrieb gesucht
Und auch sonst sehe es gut aus im Betrieb, sagte Plehn. "Wir haben so weit mittlerweile auch fast alle Stellen besetzen können. Nur eine ist frei, die für Digitalisierung und Vertrieb."
Die Naumburger Straßenbahn GmbH gilt als das kleinste Straßenbahnunternehmen in Deutschland. Mit nur wenigen Angestellten und vielen Ehrenamtlichen hält es auf 2,8 Kilometern Schiene den Straßenbahnverkehr am Laufen.