Nach dem Einsturz eines Wohnhauses in Görlitz ist die Gasversorgung für einen Teil der Anwohner wiederhergestellt. Nach Angaben der Stadtwerke Görlitz sind neun betroffene Gebäude im Bereich zwischen der Blumen- und der Emmerichstraße wieder an die Versorgung angeschlossen worden. Ein Bauteam des Versorgers hatte dafür eine Parallelleitung errichtet.
Weiterhin ohne Gasversorgung bleiben den Angaben zufolge die weiteren neun betroffenen Gebäude zwischen Emmerich- und Schillerstraße. Die dafür notwendigen Arbeiten sowie die Wiederinbetriebnahme der abgestellten Hauptleitung könnten aufgrund der laufenden Ermittlungen der Kriminalpolizei nicht fortgesetzt werden, heißt es weiter.
Das Unglückshaus - ein Mehrfamilienhaus aus der Gründerzeit mitten in Görlitz - war am Montagabend komplett eingestürzt. In dem Gebäude befanden sich laut Polizei Miet- und Ferienwohnungen. Drei Vermisste - zwei Frauen im Alter von 25 und 26 Jahren sowie ein 48-jähriger Mann - wurden tot geborgen. Der Rettungseinsatz dauerte etwa 72 Stunden, teils arbeiteten sich die Einsatzkräfte mit Schaufeln und bloßen Händen durch den Trümmerberg. Als Ursache für den Einsturz wird eine Gasexplosion vermutet.
Räumarbeiten ruhen wegen Einsturzgefahr
Derzeit ruhen die Untersuchungen und Räumarbeiten am Unglücksort wegen einer möglichen Einsturzgefahr der Überreste des Hauses, so eine Sprecherin der Polizeidirektion Görlitz. Demnach sollen ab Dienstag Spezialfirmen die Kräfte vor Ort unterstützen und die weiteren Arbeiten entsprechend absichern.
Spezialisten des THW hatten bereits zu Beginn des Einsatzes Sensoren an die Giebelwände geklebt, um die Helfer vor einem möglichen Einsturz zu warnen. Die Sensoren hatten registriert, dass sich die Wände in Bewegung gesetzt haben.
Am Freitagnachmittag hatten erste Anwohner in den benachbarten Gebäuden des Trümmerhauses in der James-von-Moltke-Straße in ihre Wohnungen zurückkehren können.