Tragödie mit drei Toten
Nach Hauseinsturz in Görlitz: Ermittler "warten auf Go"

Am Montagabend vergangener Woche ist mitten in Görlitz ein Mehrfamilienhaus aus der Gründerzeit eingestürzt. Foto: Sebastian Kah
Am Montagabend vergangener Woche ist mitten in Görlitz ein Mehrfamilienhaus aus der Gründerzeit eingestürzt. Foto
© Sebastian Kahnert/dpa

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Drei Tote wurden in den Trümmern des eingestürzten Gründerzeitbaus geborgen. Die Ursache des Unglücks ist noch unklar - und die Ermittlungen vor Ort stocken. Warum?

Nach dem tödlichen Einsturz eines Wohnhauses in Görlitz laufen Untersuchungen zur Statik an der Unglücksstelle. Besonders am Nachbarhaus auf der linken Seite seien Prüfungen erforderlich, bevor die Polizei die Ermittlungen vor Ort wieder aufnehmen könne, sagte ein Sprecher. Eine Spezialfirma nimmt demnach aktuell Tests vor. 

Wie lange die Untersuchungen dauern, sei nicht absehbar. "Sobald wir das Go haben, können wir auch wieder an die Spurensicherung gehen", sagte der Polizeisprecher. Parallel zu den statischen Tests läuft die rechtsmedizinische Untersuchung der drei geborgenen Toten. Diese ist laut Sprecher noch nicht bei allen Personen abgeschlossen.

Nach Hauseinsturz drei Tote geborgen

Das Unglückshaus - ein Mehrfamilienhaus aus der Gründerzeit mitten in Görlitz - war Anfang vergangener Woche komplett eingestürzt. In dem Gebäude befanden sich laut Polizei Miet- und Ferienwohnungen. Zwei Frauen im Alter von 25 und 26 Jahren sowie ein 48-jähriger Mann wurden tot geborgen. Der Rettungseinsatz dauerte etwa 72 Stunden, teils arbeiteten sich die Einsatzkräfte mit Schaufeln und bloßen Händen durch den Trümmerberg. 

Spezialisten des THW hatten bereits zu Beginn des Einsatzes Sensoren an die Giebelwände geklebt, um die Helfer vor einem möglichen Einsturz zu warnen. Die Sensoren hatten registriert, dass sich die Wände in Bewegung gesetzt haben.

Ermittlungen in alle Richtungen

Als Ursache für den Einsturz wird eine Gasexplosion vermutet. Eine Bestätigung ist aber erst nach einer Untersuchung des Unglücksortes möglich, die jedoch seit der Nacht zu Freitag wegen der statischen Probleme ruht. Die Polizei ermittelt nach vorherigen Angaben in alle Richtungen: vom Materialversagen über eine technische Ursache bis hin zu fahrlässiger Handlungsweise. 

Am Freitagnachmittag hatten erste Anwohner in den benachbarten Gebäuden des Trümmerhauses in der James-von-Moltke-Straße in ihre Wohnungen zurückkehren können.

dpa