Im Prozess um einen Überfall auf einen Geldtransporter, einen Einbruch in ein Autohaus und den Diebstahl zweier Polizeiautos ist ein Mann zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Der 40-Jährige sei zu einer Haftstrafe von drei Jahren und vier Monaten verurteilt worden, teilte eine Sprecherin des Landgerichts Schweinfurt mit. Das Gericht ordnete zudem eine Unterbringung in einer spezialisierten Klinik für Suchtkranke im Maßregelvollzug an. Zudem darf der Mann zwei Jahre lang keinen Führerschein haben.
Das Gericht sprach ihn der besonders schweren räuberischen Erpressung, des Diebstahls und der Sachbeschädigung schuldig. In den übrigen vorgeworfenen Fällen sei er freigesprochen worden, sagte die Sprecherin.
Staatsanwaltschaft hatte deutlich höhere Strafe gefordert
Damit blieb das Gericht deutlich unter der Forderung der Staatsanwaltschaft von acht Jahren Haft. Die Verteidigung hatte für eine Freiheitsstrafe von zehn Monaten und eine Unterbringung in einer spezialisierten Klinik für Suchtkranke im Maßregelvollzug plädiert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Der Mann soll bewaffnet einen Geldtransporter in Franken überfallen haben und einen Tag später in ein Autohaus in Baden-Württemberg eingebrochen sein. Zudem hatte er zwei Polizeiautos gestohlen und war mit riskanten Manövern geflohen. Polizeischüsse konnten zunächst nichts ausrichten. Später wurde der Mann gefasst.
Zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Schweinfurt hatte der Angeklagte gesagt, er habe niemanden überfallen wollen. Vielmehr habe er sich von den Mitarbeitern des Geldunternehmens bedroht gefühlt und deshalb einem der Beschäftigten seine Waffe geraubt. Danach sei er geflohen.
Geldraub misslungen
Die Staatsanwaltschaft war aber überzeugt, dass der Mann am 20. Juni 2025 maskiert vor einer Bank in Kolitzheim (Landkreis Schweinfurt) den Geldtransporter überfallen hat. "Im Fahrzeug selbst befanden sich zu diesem Zeitpunkt circa drei Millionen Euro", sagte der Anklagevertreter.
Bei der Tat soll der Mann die Schusswaffe eines Mitarbeiters des Geldtransportunternehmens geraubt haben. Der Überfall missglückte, weil die Transporterfahrerin geistesgegenwärtig mit dem Fahrzeug flüchtete.
Nach der Tat soll der 40-Jährige nach Baden-Württemberg gefahren sein, um dort am nächsten Tag in Walldürn (Neckar-Odenwald-Kreis) in ein Autohaus einzubrechen und Geld zu stehlen. Als die Polizei eintraf, flüchtete der Mann den Ermittlern zufolge mit seinem Fahrzeug.
Polizisten bedroht, Wagen gestohlen
Zweimal soll der Verdächtige anschließend im Grenzbereich Bayern/Baden-Württemberg von einer Polizeistreife gestellt worden sein. Dabei gelang es dem Mann laut Anklage in beiden Fällen mit Tricks und erheblicher Gewalt, das Polizeifahrzeug zu stehlen und seine Flucht fortzusetzen.
Die Polizisten hätten mehrfach geschossen, so die Staatsanwaltschaft, der Mann habe aber zunächst nicht gestoppt werden können. Erst nach einer Verfolgungsjagd sei der 40-Jährige in Walldürn festgenommen worden.
Schuldfähig?
Der 40-Jährige, der auch in anderen Ländern Straftaten begangen haben soll, kam zunächst in Untersuchungshaft. Später wurde er in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht.