Bewerbungsprozess geht los
Wer will die Landesgartenschau 2036 ausrichten?

Am 23. April beginnt die Landesgartenschau in Leinefelde-Worbis. (Archivbild) Foto: Martin Schutt/dpa
Am 23. April beginnt die Landesgartenschau in Leinefelde-Worbis. (Archivbild) Foto
© Martin Schutt/dpa
Mehr als 30 Millionen Euro und ein Entwicklungsschub für ganze Regionen: Welche Stadt will das grüne Großereignis 2036 holen – und was steckt hinter dem Bewerbungsprozess?

Knapp vier Wochen vor Start der Landesgartenschau hat Wirtschaftsministerin Colette Boos-John den Bewerbungszeitrahmen für die Blumenschau 2036 verkündet. Startschuss für den Prozess sei die Veröffentlichung des Auswahlverfahrens im Staatsanzeiger im Mai dieses Jahres, sagte die CDU-Politikerin in Erfurt. 

Im Dezember könnten dann die ersten Bewerbungsunterlagen abgegeben werden, im März 2027 erhielten die Bewerberkommunen dann nötige Informationen für den weiteren Bewerbungsprozess. Im Dezember 2027 tage dann eine Bewerbungskommission und bereise die Orte. Die Entscheidung über den Ausrichter der achten Landesgartenschau solle im zweiten Quartal 2028 fallen. 

Ministerin: Landesgartenschauen bieten Entwicklungsschub

Die lange Vorlaufzeit sei nötig, damit Städte, Gemeinden oder Landkreise qualitätsvolle und nachhaltige Bewerbungen erstellen könnten, so Boos-John. Wer eine Landesgartenschau ausrichtet, habe einen Entwicklungsschub, der eine ganze Stadt und eine ganze Region voranbringe.

Kommunen, die eine Landesgartenschau ausrichten, erhalten Fördermittel in Millionenhöhe des Landes. Gleichzeitig müssen sie aber ebenfalls hohe Eigenanteile aufbringen und Sponsorenmittel generieren. Boos-John betonte, dass im Falle der Landesgartenschauen jeder Förder-Euro kommunale und private Investitionen nach sich ziehe. Wirtschaft und Tourismus profitierten auch nach den Schauen von den Effekten.

172 Tage Landesgartenschau in Leinefelde-Worbis

Die am 23. April beginnende fünfte Thüringer Landesgartenschau in Leinefelde-Worbis (Landkreis Eichsfeld) hat das Land mit einem Förderpaket von rund 30 Millionen Euro unterstützt, so Boos-John. Dazu kämen 20 Millionen Euro Eigenmittel. Die Kosten für den Betrieb der 172 Tage bis zum 11. Oktober dauernden Schau bezifferte der LGS-Geschäftsführer Stefan Nolte mit zwölf Millionen Euro. Um am Ende ohne Verluste dazustehen, seien 325.000 Besucher nötig. Aktuell seien bereits rund 4.000 Dauerkarten und 12.000 Tageskarten gekauft worden. 

Konzerte, Sport und mehr zwischen Blumenbeeten 

Für die Landesgartenschau wurden mehrere Orte in der Stadt nachhaltig umgestaltet. Besucher erwarten Grünanlagen, Blumenschauen sowie Spiel- und Veranstaltungsflächen. Das Programm umfasst Lesungen, Konzerte, Lernangebote für Schulklassen und mehr.

Die nächsten Landesgartenschauen werden 2030 in der Orla-Region von den Städten Pößneck, Neustadt an der Orla und Triptis ausgerichtet, 2032 folgt Altenburg.

Link zum Livestream Link zur Landesgartenschau

dpa