Thüringen muss immer mehr Geld für die Krankenbehandlung seiner Beamten ausgeben. Im vergangenen Jahr hat das Land rund 171 Millionen Euro für die sogenannte Beihilfe aufgewendet, wie das Finanzministerium auf Anfrage mitteilte. Im Vergleich zu 2014, als das Land annähernd 77 Millionen Euro für ihre ärztliche Behandlung zahlte, haben sich diese Aufwendungen binnen zehn Jahren somit mehr als verdoppelt.
Beamte sind überwiegend privat krankenversichert, sie tragen ihren Krankenversicherungsbeitrag selbst. Mit der Beihilfe erstattet das Land Beamten und Pensionären auf Antrag einen Teil der Kosten für eine medizinische Behandlung oder zahlt einen festen Zuschuss zum Krankenversicherungsbeitrag.
In diesem Jahr sind bislang Beihilfekosten von 143,6 Millionen Euro aufgelaufen (Stand Ende Oktober), rund 151.000 entsprechende Anträge auf Kostenerstattung gingen ein.
Mehr aktive Beamte und Ruheständler
Bei dem Anstieg spielt laut Ministerium neben der wachsenden Zahl der aktiven Landesbeamten – hauptsächlich wegen der Lehrerverbeamtungen – die Zunahme der Pensionäre eine Rolle. Im Oktober waren demnach knapp 31.000 aktive Beamte und Richter erfasst, außerdem rund 17.700 Beamte im Ruhestand.
Bei Ruheständlern übernimmt das Land einen größeren prozentualen Anteil der Aufwendungen je Behandlungsfall als bei aktiven Beamten, in der Regel sind es bei Pensionären 70 Prozent. Zudem hätten sich ärztliche Behandlungen und Medikamente verteuert. Auch Pflegeleistungen seien teurer geworden.
Pauschaler Zuschuss zu Kassenbeitrag möglich
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Die Einführung der sogenannten pauschalen Beihilfe habe ebenfalls zum Ausgabenanstieg beigetragen. Seit 2020 ist es für Beamte in Thüringen auch möglich, einen festen Zuschuss direkt zum Kassenbeitrag zu erhalten – ähnlich wie der Arbeitgeberbeitrag bei gesetzlich versicherten Angestellten.
Von dieser Möglichkeit machen laut Ministerium inzwischen rund 1.700 Beamte und knapp 280 Pensionäre Gebrauch. Änderungen an dieser Regelungen seien nicht beabsichtigt, hieß es aus dem Ministerium.