Internationaler Museumstag
Museen kritisieren Ungewissheit bei Finanzierung

Der Thüringer Auftakt des internationalen Museumstags im Metallhandwerksmuseum Steinbach-Hallenberg. Foto: Michael Reichel/dpa
Der Thüringer Auftakt des internationalen Museumstags im Metallhandwerksmuseum Steinbach-Hallenberg. Foto
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An die vier Millionen Menschen besuchen jährlich die Museen in Thüringen. Für den internationalen Museumstag hatten die Häuser besondere Veranstaltungsangebote vorbereitet.

Finanzsorgen der Museen haben in Thüringen die Veranstaltungen zum internationalen Museumstag überschattet. Noch immer hätten die Häuser keine Klarheit darüber, wie viel Geld ihnen das Land in diesem Jahr für geplante Projekte wie Ausstellungen zur Verfügung stelle, sagte der Präsident des Thüringer Museumsverbandes, Roland Krischke, der Deutschen Presse-Agentur. Die sogenannte Projektförderung, die sich auf insgesamt 400.000 Euro belaufe, sei vor allem für kleine Häuser mit schmalem Etat sehr wichtig. "Es kann nicht sein, dass man Mitte Mai noch nicht weiß, wohin der Hase läuft", kritisierte Krischke.

Die Museen benötigten endlich Klarheit, womit sie rechnen könnten. Stattdessen gebe es nun auch wieder Unklarheiten um die Finanzierung des Volontariatsprogramms für den wissenschaftlichen Museumsnachwuchs, dessen Einstellung im vergangenen Jahr verhindert worden sei.

Hintergrund ist eine Finanzierungslücke im Landeshaushalt, die im Jahresverlauf von den Ministerien durch Einsparungen geschlossen werden muss. Dazu müsse die Spitze des Kulturministeriums Entscheidungen treffen, so der Verbandschef. Dies sei bislang nicht geschehen.

Aktionen in 90 Museen

Laut Verband beteiligten sich etwa 90 Häuser mit Veranstaltungen am internationalen Museumstag, der in Thüringen in diesem Jahr im Metallhandwerksmuseum Steinbach-Hallenberg zentral eröffnet wurde. Teilweise lockten die Museen Besucher mit freiem Eintritt. Dies sei jedoch nicht allen Häusern möglich, so Krischke.

Einen besonderen Grund zum Feiern gab es im Lutherhaus Eisenach, das den 70. Jahrestag seiner Gründung als Museum feierte. In dem mittelalterlichen Fachwerkhaus soll der spätere Kirchenreformator Martin Luther (1483-1546) als Schüler von 1498 bis 1501 gewohnt haben. Es zeigt unter anderem eine Dauerausstellung zur Bedeutung von Luthers Bibelübersetzung für Sprache, Literatur und Musik. Seit 2015 kamen laut Museum mehr als 450.000 Besucher.

Zum Thüringer Museumsverband gehören rund 240 Häuser, die laut Verband jährlich von fast vier Millionen Menschen besucht werden.

dpa