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Wut auf Twitter Metallspitzen sollen Obdachlose vertreiben

Im Eingangsbereich eines Londoner Wohnhauses sind Metallspitzen installiert worden. In der Vergangenheit haben dort Obdachlose geschlafen. Bei Twitter sorgen die Fotos für reichlich Aufregung.
Von André Depcke

Metallspitzen im Eingangsbereich eines Londoner Wohnhauses sorgen für heftige Diskussionen auf Twitter. Wie die britische Tageszeitung "Independent" berichtet, wurden die Spikes angebracht, damit dort keine Obdachlosen mehr schlafen.

Auf seinem Weg zur Arbeit entdeckte der Twitter-User Andrew Horton die Metallspitzen in der Southwark Bridge Road im Viertel Southwark, fotografierte sie und teilte das Foto via Twitter. "Ich kann es nicht sicher sagen, aber es sah so aus, als seien sie dort platziert worden, um obdachlose Menschen abzuschrecken. Es ist furchtbar", sagte Horton kurz darauf dem "Telegraph".

Großes Twitter-Echo

Die Fotos von Horton sorgten für ein großes, wütendes Echo auf Twitter. So postete etwa der Londoner Schauspieler und Komiker David Schneider, der auch eine kleine Rolle im Horror-Thriller "28 Days Later" spielte, einen zynischen Dialog: "Sind wir schon so weit in Großbritannien? 'Wie können wir uns vom Problem der Obdachlosigkeit befreien?' - 'Kleine Spitzen in den Boden?' - 'Genial!'"

Auch andere User reagierten auf die Fotos. So schreibt etwa Pinky MTTM: "Weil Spikes die Lösung für Obdachlosigkeit sind, oder? Tolle Arbeit - nicht."

Der Bezirk distanziert sich

Bewohner der Appartements, die je für mehr als 800.000 Pfund verkauft wurden, sagten, die Metallspitzen wären vor zwei Wochen installiert worden, nachdem eine Reihe von Obdachlosen im Hauseingang geschlafen haben.

Wie der "Independent" berichtet, sagte ein Bezirkssprecher von Southwark, man habe nichts mit der Installation dieser Spikes zu tun und habe auch noch nie solch ein System, das obdachlose Menschen vom Schlafen abhalten soll, eingesetzt.

Katharine Sacks-Jones von der Obdachloseneinrichtung "Crisis" zeigte sich bestürzt und fügte hinzu: "Es ist ein Skandal, dass im Großbritannien des 21. Jahrhundert noch jemand auf der Straße schlafen muss. Wir werden das Problem niemals mit Metallspitzen bewältigen. Stattdessen müssen wir uns mit den Ursachen von Obdachlosigkeit befassen."


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