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Heuschnupfen: Medikamente, die krank machen

Fast jeder fünfte Deutsche leidet unter Heuschnupfen. "Öko-Test-Kompakt" hat nun 73 Produkte gegen die Pollenallergie getestet. Das Überraschende bei Augentropfen, Nasensprays und Co.: Sie lösen teilweise selbst Allergien aus.

Von Anne Webler

Fünfzehn Millionen Deutsche leiden unter Heuschnupfen - doppelt so viele wie vor zwanzig Jahren. Um Niesanfälle, juckende Augen und laufende Nasen zu lindern, greifen viele zu Augentropfen, Nasenspray und Tabletten. Doch wie gut sind diese Mittel wirklich? "Öko-Test-Kompakt" hat in seiner neuen Ausgabe zum Thema Heuschnupfen 73 rezeptfreie Produkte auf Verträglichkeit und Inhaltsstoffe geprüft.

Das Ergebnis offenbart, wie groß die Qualitätsunterschiede bei frei verkäuflichen Mitteln sind: So wurden etwa bei den Augentropfen sieben der 24 untersuchten Produkte mit "Sehr gut" und "Gut" ausgezeichnet. Fünf erhielten jedoch die Note "Ungenügend", darunter die oft verkauften Präparate "Livocab", "Livocab direkt" und "Vividrin antiallergische Augentropfen". Sie enthalten Konservierungsstoffe, die Allergien wie gerötete und juckende Augen auslösen können. Empfehlen können die Tester die Tropfen "Cromo-CT", "Crom-Ophtal sine" und Cromo-Stulln UD" in Einzeldosisbehältern, sowie "Vividrin iso EDO antiallergische Augentropfen". Sie kosten alle etwa gleich viel.

Die meisten der getesteten Augentropfen enthalten den Wirkstoff Cromoglicinsäure und wirken daher nicht sofort. Sie müssen schon vierzehn Tage vor dem Pollenflug regelmäßig eingenommen werden und sind damit eher zur Vorbeugung geeignet als zur Behandlung akuter allergische Reaktionen. Mit Kontaktlinsen vertragen sich die Augentropfen nicht so gut - am besten während der Heuschnupfenzeit auf Linsen verzichten.

Schädliche Konservierungsmittel

Ebenso wie bei Augentropfen enthielten auch viele der getesteten Nasensprays Konservierungsmittel, die Allergien wie Hautreizungen auslösen und die Nasenschleimhaut bleibend schädigen können.

Sechs der 17 getesteten Nasensprays bekamen die Note "Gut", fünf ein "Ausreichend", bei dreien lautete das Urteil sogar "Mangelhaft" oder "Ungenügend". Elf Nasensprays und Augentropfen enthalten Bestandteile, die die Haut durchlässig für Schadstoffe machen.

Um den ungesunden Konservierungsstoffen aus dem Weg zu gehen, empfiehlt Thea Bracht von Öko-Test: "Am besten, man benutzt bei Augentropfen und Nasensprays Einmalpräparate." Da jede Anwendung einzeln verpackt ist, müssen die Produkte nicht konserviert werden. Und: Die Einzeldosen sind nur geringfügig teurer.

Viele Nasensprays schädigen die Schleimhäute

Besser verzichten sollte der Verbraucher auf "Ratio Allerg Heuschnupfenspray", "Livocab Direkt Nasenspray" und "Livocab-Nasenspray". Öko-Test empfiehlt hier zum Beispiel die Nasensprays "Allergo-Comod", "Cromo-CT" und "Cromohexal sanft". Auch das "Vividrin akut Azelastin Nasenspray" schnitt sehr gut ab, kostet jedoch mit einem Preis von 16 Euro pro zehn Milliliter deutlich mehr als die übrigen sehr guten Produkte.

Einige Nasensprays sollten nicht über einen längeren Zeitraum verwendet werden, warnt Öko-Test. Denn teilweise lassen sie lediglich die Schleimhäute abschwellen, lindern jedoch nicht die Allergie. Bei Dauergebrauch kann die Schleimhaut schwer geschädigt werden - das Ergebnis: eine ständig verstopfte Nase. Nur in Notfällen benutzen sollte man daher die Sprays "Otriven", "Olynth", "Rhinopront Spray" und "Nasivin" verwenden.

Auf Wirkstoffe achten

Erfreulich ist das Ergebnis bei den Mitteln zum Einnehmen. Hier wurden 32 Produkte in Tabletten-Form und drei Mittel in Tropfen-Form untersucht; fast alle schnitten mit "Sehr gut" ab. Nur die drei Produkte "Fenistil Tropfen", "Fenistil-24-Stunden Retardkapseln" und "Tavegil-Tabletten" erhielten ein "Befriedigend". Sie enthalten die alten Antihistaminika Dimetinden und Clemastin. Diese Wirkstoffe machen so müde, dass man nicht mehr Auto fahren darf. Es gibt heute jedoch andere Inhaltsstoffe mit der gleichen medizinischen Wirkung, die nicht müde machen.

Bei Tabletten kann der Patient die Inhaltsstoffe auf der Verpackung kontrollieren: Thea Bracht empfiehlt Produkte mit den Inhaltsstoffen Loratadin und Cetirizin, da sie gut verträglich sind. Bei Nasensprays und Augentropfen sind die Stoffe Azelastin und Levocabastin vorzuziehen. Weniger gut ist das "Ratio Allerg Heuschnupfenspray", es enthält einen Kortisonabkömmling und sollte nur eingesetzt werden, wenn andere Mittel die Beschwerden nicht ausreichend lindern. Für Kinder unter zwölf Jahren ist das Spray nicht geeignet.

"In jedem Fall den Arzt aufsuchen"

"In jedem Fall sollte man mit Heuschnupfen zum Arzt gehen und die Erkrankung nicht auf eigene Faust behandeln", rät Thea Bracht. Denn die getesteten Produkte lindern nur die Symptome, nicht die Ursache der Pollenallergie. Und Heuschnupfen ist nicht zu unterschätzen: Bei 30 Prozent der Patienten entwickelt sich innerhalb von zehn Jahren zusätzlich Asthma, bei einem Drittel der Kinder schon innerhalb von zwei Jahren.

Damit aus Heuschnupfen kein Asthma wird, empfehlen Allergologen eine so genannte Hyposensibilisierung, die auch unter dem Begriff spezielle Immuntherapie bekannt ist. Hierbei spritzt der Arzt die Allergene in steigender Dosis, damit sich das Immunsystem an den Stoff gewöhnt und nicht mehr überreagiert. Zusätzlich nimmt der Betroffene Medikamente, um die Heuschnupfen-Symptome zu lindern. Die spezielle Immuntherapie ist am erfolgreichsten, wenn die Pollenallergie noch nicht lange besteht, das heißt, wenn der Patient erst gegen wenige Pollen allergisch ist und noch nicht an Folgekrankheiten wie Asthma erkrankt ist.

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(