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Neue Hoffnung bei Hautkrankheit: Neurodermitis: Hilft künftig eine Pille gegen den quälenden Juckreiz? 

Niedersächsische Forscher haben einen neuen Wirkstoff getestet, der gegen Entzündungen und Juckreiz bei Neurodermitis helfen soll. Eine solche Pille könnte Millionen Betroffenen helfen.

Neurodermitis

Typisch bei Neurodermitis: Schuppige, gerötete Haut - und quälender Juckreiz

Picture Alliance

Wer unter Neurodermitis leidet, gerät schnell in einen Teufelskreis. Auf der Haut bilden sich atopische Ekzeme, wunde, teils schuppige Stellen und Entzündungen, die einen quälenden Juckreiz verursachen. Kratzen verschafft jedoch nur kurzzeitige Linderung. Da die Haut dabei zusätzlich geschädigt wird, kommt das Jucken oft stärker als zuvor zurück.  

Viele Aspekte der Krankheit  sind Medizinern noch immer rätselhaft, wie der Bonner Professor Thomas Bieber im Gespräch mit dem stern sagt (Das gesamte Interview finden Sie hier). Es gebe noch immer mehr skizzenhaftes als endgültiges Wissen, die Krankheit überrasche die Experten immer wieder.

Es gebe nicht den einen Auslöser, die Krankheit entstehe und verlaufe je nach Patient möglicherweise unterschiedlich. Jahrelang hätte es in der Forschung wie auch in der Entwicklung neue Medikamente zudem einen Stillstand gegeben. Seit einigen Jahren gebe es allerdings eine neue Dynamik, eine ganz Reihe von neuen Medikamenten werde derzeit getestet.

Neuer Wirkstoff gegen Neurodermitis lindert den Juckreiz

So auch in Niedersachsen: Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) arbeiten seit einigen Jahren gemeinsam mit Kollegen der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover an einem neuen Therapieansatz. Dieser sei erstmals erfolgreich an 98 Neurodermitis-Patienten getestet worden. "Bereits nach acht Wochen reduzierte sich der Anteil an kranker Haut wie die Rötungen, Bläschen und Kratzspuren um die Hälfte", teilt die MHH auf ihrer Webseite mit. Die Ergebnisse der Studie wurden auch in der renommierten Fachzeitschrift "Journal für Allergy and Clinical Immunology" veröffentlicht. 

Der neue Wirkstoff kann den Forschern zufolge als Tablette eingenommen werden, es handelt sich um einen "Histamin-4-Rezeptor-Blocker". Er unterbreche den Entzündungsprozess und verhindere, dass der für den Juckreiz verantwortliche Botenstoff Histamin an den entsprechenden Rezeptoren der Hautzellen wirken kann. Dadurch wird auch das quälende Jucken reduziert.

Ein Bauch mit rotem Ausschlag

 

"Es wurden keine Nebenwirkungen beobachtet, die auf die Gabe des Medikamentes zurückführbar waren", heißt es seitens der MHH weiter. Aktuell starte unter Beteiligung des Teams aus Hannover nun eine größere internationale Studie mit rund 400 Patienten, "um die optimale Dosierung dieses Wirkstoffes herauszufinden". 

Sollte das Medikament zur Marktreife gelangen, dürfte es eine spürbare Erleichterung für die geschätzten rund vier Millionen von Neurodermitis Betroffenen in Deutschland bedeuten. 

Quellen: Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), "Journal für Allergy and Clinical Immunology"

Mehr über Neurodermitis finden Sie hier: 

rös
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?