HOME

stern-Titel "Wir verändern die Welt": Der 14-Jährige, der einen Algorithmus geschrieben hat, um Krebs zu bekämpfen

Der stern stellt in dieser Woche Jugendliche vor, die rund um die Welt für eine bessere Zukunft kämpfen, darunter den 14-jährigen Rishab Jain aus den USA. Seine Forschung könnte Krebsbehandlungen verbessern.

Protokoll: Alexandra Kraft

Vielversprechender Jungforscher: Der 14-jährige Rishab Jain entwickelte einen Algorithmus, mit dem die Position der Bauchspeicheldrüse vor einer Strahlen-Therapie genauer bestimmt werden soll. Damit wäre auch eine präzisere Bestrahlung möglich.

Vielversprechender Jungforscher: Der 14-jährige Rishab Jain entwickelte einen Algorithmus, mit dem die Position der Bauchspeicheldrüse vor einer Strahlen-Therapie genauer bestimmt werden soll. Damit wäre auch eine präzisere Bestrahlung möglich.

Rishab Jain ist 14 Jahre alt und lebt in den USA. Der Teenager hat einen Alogorithmus entwickelt, der im Kampf gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs eingesetzt werden kann. Im stern beschreibt er seine Motivation.

"Ich habe immer den Apple-Gründer Steve Jobs bewundert. Mich hat seine Hingabe fasziniert, mit der er neue Technologien in die Welt gebracht hat, die das Leben von vielen Menschen revolutioniert haben. Als ich gelesen habe, dass er an Bauchspeicheldrüsen-Krebs gestorben ist, hat mich das noch mal kräftig motiviert, meine Forschung voran zu treiben.

Ich habe einen Algorithmus entwickelt, mit dem man vor Krebsbehandlungen mit Strahlung die Bauchspeicheldrüse besser lokalisieren kann. Durch Atmung oder unruhige Patienten bewegt sich die Bauchspeicheldrüse und oft ist sie durch andere Organe verdeckt. Bisher wird deswegen ein größeres Areal als eigentlich nötig bestrahlt. Mit meinem System kann man jetzt punktgenauer arbeiten. Bauchspeicheldrüsenkrebs ist eine der tödlichsten Krebsarten, da ist es umso wichtiger, dass sich die Methoden zur Behandlung verbessern.

Künstliche Intelligenz gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs

Die Idee hatte ich, als ich eine Statistik über die niedrige Überlebensrate bei dieser Krebsart sah. Damals experimentierte ich schon mit künstlicher Intelligenz, und ich probierte herum, bis ich endlich etwas gefunden hatte, was mit einer Röntgen-Aufnahme des Abdomen sehr gut funktionierte. Das dauerte etwa ein Jahr. Jetzt will ich noch ein wissenschaftliches Papier verfassen, damit meine Technik überall zum Einsatz kommen kann.

Mein Vater hat großen Einfluss auf mich - von klein auf. Er ist Ingenieur. Mit fünf Jahren habe ich zum ersten Mal etwas programmiert. Natürlich erst ganz einfache Sachen. Am Anfang haben mir mein Vater und mein Bruder alles beigebracht, heute mache ich alles alleine. Ich bin neugierig und will so viel lernen wie irgend möglich. Mich musste nie jemand antreiben.

Ich will auf jeden Fall Medizin studieren. Ich will ein Arzt werden, der den Körper versteht sowie neue Technologien anwendet und entwickelt. Wenn man uns Jugendlichen die richtigen Möglichkeiten und Anleitung gibt, haben wir die Kraft, die Welt zu verändern. Ich habe inzwischen eine gemeinnützige Organisation gegründet, die möglichst vielen Kindern den Zugang zu sogenannten STEM-Kursen ermöglicht. Dort lernen sie neue Technologien kennen. Jeder hat tolle Ideen, man muss nur selber aktiv werden."


Wissenscommunity