Entzündungen Wurmenzym trickst Entzündung aus


Der kleine Fadenwurm Caenorhabditits elegans besitzt die natürliche Fähigkeit, in Blutgefäßen entzündungsfördernde Omega-6-Fettsäuren in entzündungshemmende Omega-3-Fettsäuren umzuwandeln.

"Naturbegabung" schützt vor Arteriosklerose

Der kleine Fadenwurm Caenorhabditits elegans besitzt die natürliche Fähigkeit, in Blutgefäßen entzündungsfördernde Omega-6-Fettsäuren in entzündungshemmende Omega-3-Fettsäuren umzuwandeln. US-Forscher haben entdeckt, dass eine bestimmte vom Wurm produzierte Substanz auch auf menschliche Zellen eine positive Wirkung ausübt. Im Laborversuch mit menschlichen Endothelialzellen, also Zellen, die die Blutgefäße auskleiden, halbierte die Substanz (das Enzym Fat-1) die Zahl der weißen Blutzellen. Weiße Blutzellen besitzen die Eigenschaft, sich an die Oberfläche der Blutgefäßwände zu heften. Damit legen sie laut dem Anästhesiologen Steffen E. Meiler vom Medical College of Georgia den Grundstein für ein "vaskuläres Desaster", die Arteriosklerose.

Die umgangssprachlich auch als Arterienverkalkung bezeichnete Arteriosklerose ist die häufigste krankhafte Gefäßveränderung. Im äußersten Fall hemmt die Erkrankung den Blut- und Sauerstofffluss in Muskeln und Herz und kann zu einem Herzanfall führen. Experten gehen davon aus, dass eine Entzündung in den Endothelialzellen es den weißen Blutzellen erleichtert, sich an die Arterien zu heften. Dadurch ändert sich die Oberflächen-Textur der Arterien und arteriosklerotische Plaques bilden sich. Fettablagerungen sind aus derzeitiger Sicht maßgeblich an der Entstehung der Arteriosklerose beteiligt.

Um die Wirkung der vielversprechenden Substanz, die Fettsäure-Desaturase Fat-1 bei Menschen zu testen, nutzten sie ein Virus, um dieses Enzym in menschliche Endothelial-Zellen zu transportieren. Omega-6 stimulierte den Entzündungsprozess. Fazit: Das Wurm-Enyzm verwandelte Omega-6-Fettsäuren in schützende Omega-3-Fettsäuren. Zusätzlich reduzierte das Enzym Oberflächen-Adhesionsmoleküle, die gewissermaßen weiße Blutzellen "einfangen". Im nächsten Schritt sollen transgene Mäuse, die Fat-1 produzieren, gezüchtet werden. Damit will Meiler klären, ob die Ergebnisse auch auf den Gesamtorganismus übertragbar sind.


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