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Brasilien: Bodybuilder injiziert sich lebensgefährliches Ölgemisch, um Muskeln optisch aufzupumpen

Valdir Segato hatte den Wunsch nach riesigen Muskeln – doch mit Training allein kam er nicht weiter. Da bot ihm ein Kollege im Fitnesscenter Synthol an, ein Mix aus Öl, Alkohol und Schmerzmittel. Obwohl es hochgefährlich ist, präsentiert der Bodybuilder seine aufgespritzten Muskeln stolz auf Instagram.

Valdir Segato spritzt sich ein Ölgemisch in die Muskeln, um seinen Bizeps auf 58 cm zu vergrößern

Valdir Segato spritzt sich ein Ölgemisch in die Muskeln, um seinen Bizeps auf 58 cm zu vergrößern

Valdir Segato ist ein harter Kerl. Nicht nur optisch: Der Brasilianer arbeitet als Bauarbeiter und rackert jeden Tag schwer. Und sein Leben verlief niemals leicht, wie er selbst berichtet. Heute jedoch hat er es zu einer Internet-Berühmtheit gebracht – allerdings mit Mitteln, die von Ärzten als lebensgefährlich beurteilt werden und mit denen Segato seine Gesundheit aufs Spiel setzt.

Als junger Mann, der in armen Verhältnissen aufwuchs, begann Valdir, wie viele seiner Freunde, Drogen zu nehmen. "Ich fing an, Gewicht zu verlieren, weil man nichts mehr isst, man führt ein ganz falsches Leben." Er bekam den Spitznamen "Skinny Dog" – abgemagertes Hündchen. Als er immer schwächer und ungesünder wurde, begriff Segato schließlich, dass es so nicht weiterging. Er änderte sein Leben von einem Tag auf den anderen völlig, ließ die Finger von Drogen und stürzte sich statt dessen auf den Sport. Täglich ging er nun ins Fitnesscenter. Er stemmte Gewichte und baute Muskelmasse auf.

Das Muskeltraining rettete ihm einst das Leben

Aus "Skinny Dog" wurde über die Monate und Jahre so "Hulk". Valdir Segato ist heute Mitte fünfzig und wird wegen seiner beeindruckenden Statur häufig auf der Straße angesprochen. Doch die kugelrunden, straffen Muskeln, die er heute spazieren trägt, stammen nicht ausschließlich vom Bodybuilding. Nach Jahren des Gewichthebens stellte Segato nämlich fest, dass man eine gewisse Muskelmasse auch mit härtestem Trainings nicht überschreiten kann, wenn der eigene Körper dafür nicht gemacht ist.

Eines war ihm klar: Nach seiner Drogenvergangenheit wollte er nicht zu Anabolika und Co. greifen, wie es vieler seiner Bekannten im Fitnesscenter taten. Größere Muskeln wünschte der Brasilianer sich aber trotzdem. Und so griff er zu, als ihm ein Freund eines Tages die scheinbare Lösung für sein Problem anbot: Eine Mixtur namens Synthol.

Synthol spritzt man sich direkt in den Muskel, um diesen optisch aufzupumpen. Es ist eine rein kosmetische Sache und macht niemanden stärker – der Muskel wächst nicht, sondern füllt sich lediglich mit Öl. Denn Öl ist der Hauptbestandteil der gefährlichen Mischung: Meist wird Sesamöl mit dem Schmerzmittel Lidocain und Alkohol (zur Desinfektion) gemischt. Und ja, das ist genauso gefährlich, wie es sich anhört.

Sein Arzt warnte ihn vor Amputation

Zwar umgehen Bodybuilder mit Synthol die Gefahren von Anabolika und Testosteron, es ergeben sich aber andere. Und die sind nicht weniger gefährlich: Nervenschäden, Lungenembolie, Verschluss der Lungenarterie, Herzinfarkt, Schlaganfall und infektiöse Komplikationen drohen. Valdir Segato weiß das. Sein Arzt hat ihm offen gesagt, dass er Amputationen riskiert, wenn er so weiter macht. Doch der Bodybuilder, dessen Bizeps inzwischen fast 58 Zentimeter groß ist, will trotzdem nicht aufhören. "Ich will, dass er noch größer wird", sagt er.

Quelle: "Daily Mail" / Instagram

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