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Abhärtung: So machen Sie Ihr Immunsystem stark

Nur wenn die Abwehr unseres Körpers in Top-Form ist, bleiben uns Grippe, Schnupfen und Husten erspart. Um sie zu stärken, reichen ein paar simple Tricks.

Der Feind ist überall. Auf der Türklinke, die wir anfassen, in der Salatsoße, die wir essen. Im Wasser, das wir trinken, in der Luft, die wir atmen. Kein Tag vergeht, ohne dass Bakterien, Viren, Pilze einen Angriff auf uns starten.

Jetzt im Winter ist das Immunsystem besonders gefordert. Nicht, weil es dann draußen besonders kalt wird. Sondern weil wir besonders häufig warme Heizungsluft atmen. Sie trocknet die Schleimhäute der Atemwege aus und hemmt so den stetigen Abfluss von Sekreten, mit denen Erreger sonst ausgeschnupft oder zur Vernichtung in den säuregefüllten Magen gespült werden. So können Viren sich in den Schleimhäuten festsetzen und sie großflächig befallen oder sich schlimmstenfalls über das Blut bis ins Innerste des Körpers ausbreiten.

Großalarm im Körper

Sobald ein Erreger, etwa ein Schnupfenvirus, sich irgendwo einnistet, wird augenblicklich Großalarm ausgelöst und der Körper versucht, das Virus zu beseitigen. Allerdings steht das Abwehrarsenal nicht allen Menschen jederzeit zur Verfügung. Der Verteidigungsapparat von Kindern etwa braucht viele Jahre, bis er gelernt hat, wie Angreifer am besten zu packen sind. Darum sind die Jüngsten häufiger krank als Erwachsene. "Es ist nicht ungewöhnlich, wenn Kleinkinder bis zu acht leichtere Infektionen im Jahr haben", sagt Professor Volker Wahn, Chef der Abteilung für Kinderheilkunde am Klinikum Uckermark in Schwedt. "Dazu gehören auch Mittelohr- oder Mandelentzündungen, akute Durchfallerkrankungen oder Atemwegsinfekte."

Der große Nepp mit Echinacea

Wer sich mit Impfungen gegen einige schwere Infektionen gewappnet hat, darf sich schon ein gutes Stück sicherer fühlen. Triefnase und Bronchitis, Hals- oder Bindehautentzündung kann er trotzdem bekommen - und auch allerlei wirklich gefährliche Leiden. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, krank zu werden, geringer, wenn das Immunsystem fit ist, und dafür lässt sich einiges tun. Man muss nur wissen, was.

Fragwürdig ist die bequeme Einnahme von so genannten Immunstimulanzien, mit denen viele Deutsche ihre Abwehr in Schwung bringen wollen. Sonnenhut-Extrakte, auch Echinacea genannt, sollen grippale Infekte und Erkältungen abschmettern - eine Hoffnung, die Heerscharen von Eltern dazu verleitet, sich und ihren Kindern Sonnenhut-Tinkturen einzuflößen. "Doch in seriösen Studien ist noch nie nachgewiesen worden, dass Echinacea beim Menschen tatsächlich die Abwehr stärkt", sagt Kinderarzt Volker Wahn.

Mit Wasser, Seife und Obst gegen Erkältungen

Viel wirksamer - und preiswerter - sind ganz einfache Verhaltensregeln: Eine ausgewogene Kost mit viel Obst, Gemüse und Salat deckt den Vitaminbedarf und macht teure Brausetabletten überflüssig - zumal die Annahme, hoch dosiertes Vitamin C verhüte Infektionen, bislang nicht wissenschaftlich belegt werden konnte. Wasser und Seife sind die billigsten Waffen gegen Erreger, die beim Händeschütteln oder von Türklinken übertragen werden.

Ist der Keim dennoch stärker gewesen: Papier- statt Stofftaschentücher benutzen und möglichst rasch entsorgen. "Zudem sollte vor allem die Luft im Schlafzimmer kühl und nicht zu trocken sein, damit die Schleimhäute feucht bleiben und sich Erreger dort nicht festsetzen können", sagt Professor Karlheinz Schmidt, Präventivmediziner an der Universität Tübingen, der sich mit der Vorbeugung von Erkrankungen beschäftigt. Damit der Körper gesund bleibt, braucht er außerdem genügend Ruhe: Schlaf trägt zur Stärkung unserer Abwehrkräfte einiges bei.

Regelmäßig in die Sauna

Auch wer sich regelmäßig in der Sauna erholt, rüstet seinen Organismus gegen Viren und Bakterien. "Ein- bis zweimal in der Woche in eine finnische Sauna mit 90 Grad zu gehen verbessert die Abwehrkräfte", sagt Rainer Brenke, Chefarzt in der Hufeland-Klinik in Bad Ems, der sich seit mehr als 30 Jahren wissenschaftlich mit dem Thema Sauna beschäftigt. "Saunanutzer sind seltener erkältet." Der abhärtende Effekt setze etwa nach einem Vierteljahr regelmäßigen Schwitzens ein, flaue allerdings leider genauso schnell wieder ab, wenn man damit aufhöre.

Entscheidend sei beim Saunieren der Gang ins kalte Tauchbecken oder zumindest unter die kalte Dusche. Der wiederholte Kältereiz trainiere das Herz-Kreislauf-System und rege die Durchblutung in Händen und Füßen an. "Das steigert reflektorisch den Blutfluss in der Nasen- und Rachenschleimhaut", sagt Brenke, "wodurch mehr Zellen des Immunsystems zu den Orten gelangen, die permanent den Attacken von Viren und Bakterien ausgesetzt sind."

Für Sauna-Muffel und Kälte-Empfindliche empfiehlt der Mediziner eine etwas weniger eisige Methode, die einen ähnlich positiven Effekt auf das Immunsystem habe: die so genannte Schleimhautregie. Morgens kräftig räuspern und mit klarem Wasser gurgeln, beim Zähneputzen vorsichtig Zunge, Wangeninnenseiten und Zahnfleisch mit der Zahnbürste schrubben und das Gesicht mit kaltem Wasser abwaschen.

Sport härtet ab - mäßig, aber regelmäßig

Auch regelmäßiger Sport kurbelt das Immunsystem an. "Bei trainierten Menschen ist ein bestimmter Typus von Immunzellen, die natürlichen Killerzellen, aktiver als bei untrainierten Menschen", sagt Professorin Bente Klarlund Pedersen. Wer eine halbe Stunde moderat Sport treibe, bei dem steige die Zahl der Abwehrzellen an und sinke danach zügig wieder auf den Ausgangswert zurück - eine Art Feuerwehr fürs Immunsystem. Eher erkältungsfördernd scheint hingegen exzessiver Sport zu sein. Freizeitsportlern, die sich gern mal auspowern, sollten auf ausreichende Regenerationszeiten zu achten, um den Organismus nicht zu überfordern.

Bei Fieber ist große Anstrengung ohnehin tabu. Sonst kann beispielsweise aus einem grippalen Infekt eine lebensbedrohliche Herzmuskelentzündung werden. Ehe man nicht mindestens drei Tage fieberfrei war, sollte man sich schonen.

Seelische Belastungen machen schnupfenanfällig

Auch die Psyche hat Einfluss auf unser Immunsystem. Wie Seele, Nervensystem und Abwehr zusammenwirken, damit beschäftigen sich die Wissenschaftler der so genannten Psychoneuroimmunologie (PNI). Sie wiesen nach, dass bei lang anhaltender seelischer Belastung das Stresshormon Cortisol steigt und dadurch die Arbeit des Immunsystems beeinträchtigt wird.

So haben Frauen und Männer, deren Partner gestorben sind, über viele Monate ein schwächelndes Immunsystem. Studenten, die in einem anstrengenden Examen stecken, erkrankten nach einer künstlichen Infektion mit Schnupfenviren leichter und hatten mehr Symptome als die entspannte Vergleichsgruppe. Und ängstliche, depressive oder einsame Menschen sind anfälliger für Infektionen sind als zufriedene, fröhliche oder solche mit vielen guten Freunden und lieben Verwandten.

Anika Geisler / print
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.