Helden des Körpers Die Menisken


So ein Knie muss ganz schön was aushalten. Damit es auch bei starken Belastungen stabil bleibt, hat die Natur uns mit einer speziellen Form von Stoßdämpfer ausgestattet: dem Meniskus.

Beim Sport kann kurzfristig der Druck eines Vielfachen des Körpergewichts auf dem Gelenk zwischen Oberschenkel und Schienbein lasten. Damit die Knochen das mitmachen, hat die Evolution uns vier extrem starke Stoßdämpfer beschert. In jedem Kniegelenk lagern zwei dieser Faserknorpel: der Innen- und der Außenmeniskus. Sie dämpfen nicht nur Stöße, sondern stabilisieren auch das Gelenk und verteilen die Lasten, die auf das Gelenk wirken. Der innere Meniskus (Meniscus medialis) hat die Gestalt eines Halbmonds (nach dem griechischen Wort "meniskos" - mondsichelförmige Scheibe) und hält engste Verbindung zur Kniegelenkskapsel und dem Innenband. Die fast ringförmige äußere Knorpelscheibe (Meniskus lateralis) hingegen ist nur mit der Kapsel verwachsen.

Ständiges Arbeiten in der Hocke und Achsenfehlstellungen des Beins können die Knie-Dämpfer zermürben, sodass sie abnutzen oder Risse entstehen. Die Skisaison ist eine der härtesten Prüfungen für viele Menisken, denn die dabei ablaufenden Scherenbewegungen und das ständige Außendrehen der Kniegelenke bei der Abfahrt belasten sie extrem. Besonders anfällig ist der innere Meniskus, denn er ist fest mit dem benachbarten Innenband des Kniegelenks verwachsen und deshalb weniger beweglich als die äußere Scheibe.

Schäden am Meniskus verkleinern die Knorpelfläche, auf die sich die Last des Körpers verteilt. Das restliche Gewebe wird dadurch stärker strapaziert, der noch gesunde Teil kann schneller verschleißen. Ob sich ein angeschlagener Dämpfer wieder erholt, hängt davon ab, wo er geschädigt ist: Das äußere Drittel eines Meniskus wird durch winzige Gefäße mit Blut versorgt; an diesen Stellen können die Selbstheilungsmechanismen des Körpers recht gut wirken. Die anderen Bereiche der Polsterscheiben werden indirekt über die anderen Meniskuszellen ernährt, hier funktioniert die Eigenreparatur des Körpers entschieden schlechter. Nicht selten müssen daher Teile eines geschädigten Meniskus in einer Kniegelenksspiegelung entfernt werden

Beate Wagner print

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