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Gut zu wissen: Toilettendeckel offen lassen oder schließen – was ist besser?

Diese Frage sorgt regelmäßig für Ärger im Haushalt: Ist es besser, den Klodeckel zu schließen – oder kann man ihn bedenkenlos offen lassen? Eine Spurensuche in der Nasszelle.

Eine Frau sitzt auf einem Klo.

Klodeckel: offen lassen oder schließen?

Es gibt Dinge, bei denen Menschen selten einer Meinung sind: Kommt unter die Nuss-Nougat-Creme noch Butter? Bleibt das Fenster beim Schlafen offen? Und: Muss der Klodeckel nach jedem Toilettengang geschlossen werden?

Über letztere Frage wird unter anderem auf Foren leidenschaftlich diskutiert. Die Netzgemeinde teilt sich dabei in zwei Lager: strikte Befürworter und solche, die über diese Praktik nur den Kopf schütteln können. Die "Klodeckelschließer" argumentieren, es sei schlicht ästhetischer und höflicher, den Deckel herunterzuklappen. Dem gegenüber stehen Skeptiker, die das als reine Zeitverschwendung abtun.

Etwas rationaler argumentieren Portale wie "Toilettendeckel Tipps". Demnach kann sich ein geschlossener Klodeckel manchmal als praktisch erweisen: Wenn Kinder testen wollen, ob ihr neues Lego-Schiff schwimmen kann. Die Katze in der Schüssel nach vollgesogenem Toilettenpapier fischt. Oder das neue Parfüm der Schwerkraft folgend in der Schüssel landet – dann, ja dann, kann sich ein geschlossener Deckel als wahrer Segen entpuppen. Auch zum Sitzen beim Zähneputzen sind geschlossene Klodeckel ganz gut geeignet.

Aus dem Alltag leiten sich also zwei sinnvolle Argumente ab, den Deckel zu schließen: Er dient als Schutzhaube und zusätzliche Sitzgelegenheit. Was aber hat es mit dem Mythos auf sich, es sei auch hygienischer, wenn der Klodeckel geschlossen bleibt?

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Herumspritzendes Wasser vs. verkeimte Hände

Fakt ist: Beim Spülen wandelt sich ein Teil des Klowassers in kleine Tropfen, die durch das Bad spritzen können. Mit dem Wasser verteilen sich auch Bakterien im Raum und setzen sich auf offen herumliegenden Gegenständen ab: Schminkpinseln, Handtüchern – und Zahnbürsten. So fanden Forscher der "American Society for Microbiology" heraus, dass an mindestens jeder zweiten Zahnbürste aus Gemeinschaftsbädern Fäkalkeime kleben. Ungesund ist das nicht, denn die Bakterien sind auch in der Umwelt weit verbreitet und machen nicht zwingend krank. Eklig ist es allemal.

Ist es also hygienischer, den Deckel zuzumachen, um das unkontrollierte Herumspritzen zu verhindern? Nicht unbedingt. Denn beim Öffnen und Schließen muss der Deckel mit den Händen berührt werden. Auch auf diese Weise können Bakterien übertragen werden. Die Klodeckelfrage scheint also eine Frage der persönlichen Vorliebe zu sein: Wo hat man lieber Bakterien kleben? An der Zahnbürste oder an den Händen? Aus Mikrobensicht steht es jedenfalls 1:1.

Was wir daraus lernen: Es ist immer eine gute Idee, sich nach dem Toilettengang die Hände zu waschen und herumliegende Gegenstände in einen Badezimmerschrank einzuräumen. So gerät die Klodeckelfrage dann auch ganz schnell zur Nebensache.


ikr
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