Auch wenn Prostatakrebs die häufigste diagnostizierte Krebsart bei Männern und die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache ist, gehen Männer nur ungern zur urologischen Vorsorge. Nur etwa 17 Prozent nehmen regelmäßig einen Termin beim Urologen wahr, sagt die Deutsche Krebshilfe. Das liegt maßgeblich an der fehlenden Routine. Während Frauen bereits in Jugendjahren an den regelmäßigen Besuch beim Gynäkologen herangeführt werden, fehlt diese Selbstverständlichkeit der Vorsorge bei Jungen.
"Zudem schreckt viele Männer immer noch die Tastuntersuchung ab, vor allem die Älteren", weiß Prof. Dr. Carsten-Henning Ohlmann. Ohlmann ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Urologische Onkologie der Deutschen Krebsgesellschaft und in der Urologie am Johanniter-Krankenhaus in Bonn tätig.
Bessere Früherkennung durch PSA statt Abtasten
Dabei sind die Tage des Abtastens der Prostata mit dem Finger gezählt. "Die neuen Leitlinien sehen den PSA-Wert als Mittel der Früherkennung vor", sagt Ohlmann. Auch mit Ultraschallsonden lasse sich Prostatakrebs nicht frühzeitig genug erkennen. Der PSA-Wert sei derzeit das beste Mittel, um schon sehr früh Hinweise auf ein Tumorgeschehen zu bekommen.
Ein PSA-Wert allein reicht jedoch nicht – man braucht einen Referenzwert aus jüngeren Jahren. Die Vorsorgeleitlinie empfiehlt, mit Mitte 40 den ersten Wert erheben zu lassen. Aus ihm ergeben sich dann das individuelle Prostatakrebsrisiko und die Vorsorgeintervalle. Liegt der Wert bei 1,5 oder kleiner müsse der nächste Test erst nach fünf Jahren erfolgen. Werte zwischen 1,5- und 3 liegen im Graubereich, hier empfiehlt sich ein Intervall von zwei Jahren. "Über 3 sollte man das genauer abklären. Auch ein schneller Anstieg des PSA-Wertes kann ein Hinweis auf Krebs sein", so Ohlmann.
Krebs wächst ohne Schmerzen - bis es zu spät ist
Neben der Prostata gibt es weitere gute Gründe für den regelmäßigen Besuch beim Urologen. Krebs kann auch an den Hoden, der Blase, dem Nierenbecken und den Harnleitern entstehen. Das Gemeine am Krebs sei, dass er lange keine Beschwerden bereite, so der Urologe. Wenn Symptome auftreten, sei der Krebs oft bereits weit fortgeschritten.
Wer partout nicht zur Vorsorge will, sollte spätestens dann zum Arzt gehen, wenn die folgenden Symptome auftreten.