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Gut zu wissen Warum der Magen knurrt – nicht nur bei Hunger

Mann hält sich an den Bauch
In manchen Situationen kann ein lautes Magenknurren unangenehm sein.
© Delpixart/ / Getty Images
Kurz vor der Mittagspause kündigt sich der Hunger bei dem ein oder anderen schon lautstark an. Der Magen knurrt. Doch warum ist das eigentlich so?

Es kommt eigentlich immer zur Unzeit: Die Augen aller Zuhörenden sind während des Vortrags auf einen gerichtet oder im Meeting ist es plötzlich mucksmäuschenstill. Bis der Bauch geräuschvoll die Stille durchbricht. Der Magen knurrt. Immer, wenn es passiert, ist es ein wenig peinlich. Doch das Magenknurren lässt sich nicht abstellen, weil der Verdauungstrakt ununterbrochen arbeitet.

Wie kommt es zu den Geräuschen im Magen?

Der Magen-Darm-Trakt macht nie eine Pause, unaufhörlich ist er in Bewegung. Speiseröhre, Magen und Darm ziehen sich Tag ein Tag aus wellenförmig zusammen. Dadurch wird Speisebrei, Magensäfte, Sekrete aus Galle und Bauchspeicheldrüse verarbeitet und weitertransportiert. Bekommt der Magen über viele Stunden keine Nahrung, knurrt er. Doch anders als man es sich vielleicht vorstellt, ist das schlauchförmige Organ eigentlich nie völlig leer. Der Magen produziert Magensaft und Speichel aus Mund und Rachen fließen in ihn hinab.

Beim Schlucken gelangt immer etwas Luft in den Magen. Ist im Magen keine Nahrung, die verarbeitet werden muss, entsteht ein Hohlraum. Der Magen arbeitet trotzdem weiter, zieht sich zusammen und erschlafft wieder. Dabei gerät die Luft im Bauch in Schwingungen und erzeugt einen Ton: das Magenknurren. Es ist also ein gutes Zeichen, weil die Verdauung intakt ist und gut funktioniert. Ist der Magen dagegen voll mit Nahrung, ist das Geräusch gedämpft und nicht so laut hörbar.

Knurrt der Magen nur bei Hunger?

Tatsächlich kann schon der bloße Gedanke an Essen den Magen zum Knurren bringen. Wer an essen denkt, sein Lieblingsgericht auch noch sieht oder riecht, bringt damit den Magen-Darm-Trackt in Schwingung. Und durch die Bewegung wird es geräuschvoll. Doch der Magen meldet sich nicht nur zu Wort, um auf seinen geringen Füllstand aufmerksam zu machen. Es kann auch sein, dass zu viel Luft geschluckt wurde oder eine schwer verdauliche Speise das Organ knurren, blubbern oder gluckern lässt. Übrigens: Kommen die Geräusche von etwas weiter unten, ist nicht der Magen, sondern der Darm, der sich geräuschvoll bemerkbar macht. Die Geräusche entstehen durch Kontraktion, wenn sich Gase und Nahrung durch ihn hindurchbewegen.

Gibt es Tipps, wie weniger Geräusche entstehen?

  • Wer verhindern will, dass der Magen laut knurrt, sollte nicht an das Lieblingsessen denken, sondern sich ablenken. Zum Beispiel bewusst an etwas anderes denken, meditieren oder etwas trinken.
  • Die nächste Mahlzeit sollte besser still genossen werden. Durch das Sprechen gelangt mehr Luft in den Magen und das begünstigt die Geräusche.
  • Eine regelmäßige Nahrungsaufnahme verhindert, dass der Magen leer wird und so die Luft im Hohlraum in Schwingung gerät und den Magen knurren lässt.
  • Vielleicht hat der ein oder andere es auch schon als Kind gesagt bekommen: Das Essen gut kauen. Sind die Nahrungsmittel gut zerkaut und somit schön zerkleinert, hat es der Magen-Darm-Trakt leichter bei der Verdauung. Der Effekt: Weniger Bewegung ist nötig, um das Essen zu verdauen.

Quellen:Apotheken Umschau Video-Blog, Ärzteblatt

rha

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