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Oben ohne: Hokahe – Ein guter Tag zu Sterben! Sterbehilfe und Patientenverfügung

Wenn die Zeit gekommen ist, möchte Uta Melle selbstbestimmt und in Würde sterben. Bis es so weit ist, hofft sie, dass Sterbehilfe legalisiert wurde. Falls nicht, hat sie vorgesorgt.

Was ist ein guter Tag zum Sterben? Die Frage stellt man sich als Krebspatient; die Frage muss sich jeder Mensch einmal stellen. Nach langem Leiden unter Morphium, angeschlossen an Maschinen, wird es bestimmt kein guter Tag sein.

Wenn meine Zeit gekommen ist – die Ärzte keine Hoffnung und keine Möglichkeit mehr haben - möchte ich nicht noch wie eine Pflanze dahinvegetieren. Ich will mich auch nicht irgendwo runterstürzen oder mir eine Pistole an den Kopf setzen müssen, um meinem Leben ein Ende zu setzen. Nein – wenn der Arzt sagt, dass nichts mehr geht und ich die Schmerzen nicht mehr ertragen will, möchte ich meine Familie um mich versammeln und einschlafen.

Wie geht das?

Als erstes muss natürlich die aktive Sterbehilfe in Deutschland endlich beschlossen werden. Ich verstehe nicht, warum es so schwer ist, ein entsprechendes Gesetz zu verabschieden. Wenn man noch klar ist, kann man seinen Abgang selbst mit den Ärzten besprechen. Wenn man nicht mehr klar ist, muss eine notariell beglaubigte Patientenverfügung vorliegen. Zwei unabhängige Ärzte müssten ihre Einwilligung geben und das Elend hat ein Ende; selbstbestimmt und in Würde.

Das ist für mich hoffentlich noch lange hin – sehr sehr lange– aber ich wünsche mir, dass bis dahin ein entsprechendes Gesetz in Deutschland verabschiedet sein wird. Und wenn nicht, dann fahren wir in die Schweiz oder nach Holland – das sage ich hier ganz offen!

Um für den Fall der Fälle nicht unvorbereitet zu sein, haben mein Mann und ich heute eine gegenseitige generelle Patientenverfügung unterzeichnet.

Es gibt viele Formen der Patientenverfügung, die im Internet herumgeistern. Einzig sicher war für mich allerdings nur der Weg zum Notar, denn hier wird alles im Gespräch bis ins kleinste Detail aufgenommen und geklärt. Und ich will ja alle Fälle abdecken.

Das ganze hat 122 Euro + 8,50 Euro für die Eintragung ins zentrale Vorsorgeregister pro Person gekostet. Wir waren bei unserer wunderbaren Notarin, die uns in 1 Stunde über alle einzelnen Punkte (Patientenverfügung, Betreuungsverfügung, Aufenthaltsbestimmung, vermögensrechtliche Entscheidungen etc, lebenserhaltende Maßnahmen, Reanimation etc, künstliche Ernährung ja/nein) aufgeklärt hat. Es war ein schöner, klarer Termin – ein wenig nüchtern kommt es einem natürlich schon vor, wenn man alle Eventualitäten durchgeht. Es ist aber auch ein schönes Gefühl von Vertrautheit und Vertrauen, welches sich in dem Büro ausbreitete.

Wie es auch kommen wird – rechtlich sind wir jetzt vorbereitet!

Weitere Infos finden Sie hier:

Kostenpflichtiger Ratgeber der Verbraucherzentralen zum Thema

Infos, Formulare und Textbausteine beim Bundesjustizministerium

Liste der Bundesärztekammer mit Musterformularlinks

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