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Erste Hilfe für zuhause: Wärmen, kühlen und entspannen

Morgens um sieben ist Ihre Welt noch in Ordnung. Doch als Sie Ihre Schuhe schnüren, erwischt Sie der Hexenschuss. Mit ein paar einfachen Hausmitteln lassen sich akute Rückenschmerzen schnell lindern.

Schützen Sie Ihren Rücken und packen Sie ihn gut ein

Schützen Sie Ihren Rücken und packen Sie ihn gut ein

Wenn plötzlich der Schmerz ins Kreuz schießt, versuchen Sie automatisch, eine Körperposition zu finden, in der Sie ihn besser aushalten können. Besonders bewährt hat sich in solchen Fällen die so genannte Stufenlagerung: flach auf dem Rücken, Beine hoch. Legen Sie Ihre Unterschenkel im rechten Winkel zu den Oberschenkeln auf einen Stuhl oder Hocker. Wichtig: Die Ablage muss so hoch sein, wie Ihre Oberschenkel lang sind. Ist sie zu niedrig, einfach ein Kissen drauf. Noch unkomplizierter wird die Stufenlagerung mit speziellen Schaumstoffwürfeln, die es im Sanitätshaus gibt.

Der Untergrund, auf dem Sie liegen, darf nicht nachgeben, deshalb runter von der Matratze. Legen Sie sich als Unterlage eine wärmende Decke auf den Fußboden, auch Heizdecken sind gut geeignet. Stützen Sie den Kopf durch ein kleines Kissen oder ein zusammengerolltes Handtuch.

Die Stufenlagerung entspannt die Muskeln, entlastet Ihre Kreuzbein-Darmbein-Gelenke und die Wirbelsäule, die in dieser Position gleichzeitig gestreckt wird – das wirkt beruhigend auf die Nerven. Viel Gutes tun Sie Ihrem Rücken, wenn Sie die Stufenlagerung mit Wärme und Entspannungsübungen kombinieren.

Packen Sie sich gut ein

Sie hatten einen anstrengenden Tag im Büro und fühlen sich verspannt? Der Nacken schmerzt, und irgendwie tut jeder Muskel weh? In solchen Momenten sehnen Sie sich vielleicht nach einer Wärmflasche und ein bisschen Ruhe. Oder nach einem ausgiebigen Wannenbad. Und verhalten sich damit instinktiv richtig, denn Wärme entspannt tatsächlich - sie lockert Ihre verhärteten Muskeln, lindert die Rückenschmerzen und fördert die Durchblutung.

Schmerzt der Nacken, hilft auf die Schnelle ein Schal, zwickt es weiter unten, wickeln Sie sich einfach ein molliges Tuch um Schultern, Taille oder Hüften. Zugegeben: Unterwäsche aus Angorawolle ist nicht gerade sexy - aber heizt Ihnen in kühleren Monaten auf andere Art und Weise ein. Auch Wärmepackungen mit Heublumen oder Fango, aus der Apotheke fördern die Durchblutung und dämpfen oft den Schmerz. Generell gilt: Versuchen Sie, Ihren Rücken stets möglichst warm zu halten.

Am gemütlichsten lässt sich das natürlich daheim erledigen: Ein Wannenbad in 39 Grad heißem Wasser ist eine Wohltat für den ganzen Körper. Badezusätze wie Melisse, Lavendel, Baldrian oder Hopfen wirken beruhigend und Schmerz lindernd. Danach gehen Sie am besten sofort ins Bett. Bei akuten Rücken- oder Nackenschmerzen stecken Sie sich eine Wärmflasche oder ein Heizkissen an die betroffene Stelle, das hilft. Auch ein Saunagang wird von vielen Rückengeplagten als angenehm empfunden.

Aber Vorsicht: Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihre Schmerzen durch Wärmeeinwirkung schlimmer werden, brechen Sie die Behandlung lieber ab. Denn möglicherweise quält Sie ein gereizter Nerv oder ein entzündetes Gelenk, und dann brauchen Sie's eher kühl.

Kälte betäubt den Schmerz

Legen Sie sich einen Eisbeutel an die Stelle, die am meisten weh tut. Das kann schon ungemein erleichtern. Der Grund: Eis wirkt leicht betäubend, denn die Kälte hemmt die Durchblutung in dem betroffenen Bereich und unterbricht so die Weiterleitung von Schmerzreizen.

Oft hilft zum Beispiel ein tiefgekühltes, zuvor mit Salzwasser getränktes Tuch gegen Spannungskopfschmerz. Oder Sie nehmen Eiswürfel aus dem Kühlfach, die Sie bei Bedarf einfach in einer Plastiktüte zerstoßen. Noch praktischer sind gelhaltige Kühlpacks aus der Apotheke.

Bei akuten Rückenschmerzen kühlen Sie die betroffenen Stellen mehrmals täglich für ein bis drei Minuten. Bei Entzündungsschmerzen sollten es bis zu 30 Minuten sein, denn die längere Kälteeinwirkung verlangsamt den in solchen Fällen erhöhten Stoffwechsel und mildert Schwellungen.

Ganz wichtig: Legen Sie Kältepackungen nie direkt auf die Haut, sonst erfriert sie, und das tut sehr weh! Wickeln Sie Eisbeutel oder Gelpacks vor der Anwendung immer in ein trockenes, nicht zu dünnes Baumwolltuch.

Katja Lüers
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