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Schadstoffe in Puppen & Co: So erkennen Sie gefährliches Spielzeug

Weichmacher in Puppen, Giftstoffe in Bauklötzen: Kinderspielzeug fällt immer wieder mit Schadstoffbelastungen auf. Worauf sollten Eltern beim Einkauf achten?

Bunte Holzklötze sehen zwar schön aus - im Lack können jedoch Schadstoffe stecken.

Bunte Holzklötze sehen zwar schön aus - im Lack können jedoch Schadstoffe stecken.

Kinder lieben es, mit allen Sinnen zu spielen: Sie stecken Puppenhände in den Mund, kauen auf Bauklötzen, lutschen und knabbern an Stiften. Enthalten diese Gegenstände Giftstoffe, so können sie leicht in den Körper gelangen. Umso wichtiger, dass Kinderspielzeug möglichst schadstofffrei ist. Doch die Realität sieht meist anders aus.

Polyzyklische aromatische Wasserstoffe, Nickel, Formaldehyd: Die Liste an Schadstoffen, die in Kinderspielzeug stecken kann, ist lang und birgt gesundheitliche Gefahren. Bestimmte Stoffe können Krebs erzeugen, das Erbgut schädigen oder die Fortpflanzungsfähigkeit einschränken. Woran erkennen Eltern belastetes Spielzeug?

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen gibt Tipps:

Qualität vor Quantität

Bei besonders günstigen Spielwaren werden die Materialien meist nicht sorgfältig ausgewählt, Schadstoffkontrollen finden in den wenigsten Fällen statt. Färbt das Produkt zudem ab, besitzt es scharfe Nähte, Ecken und Kanten, ist es für Kinder nicht geeignet. Als Faustregel gilt: Verarbeitungsfehler - gleich welcher Art - weisen immer auf mangelnde Sorgfalt in der Herstellung hin. Doch Markenprodukte können sich manche Familien schlicht nicht leisten. Eine Alternative zum teuren Neukauf sind daher Spielzeuge aus dem Second-Hand-Laden: Sie haben sich schon in der vorigen Generation bewährt, sind meist robust und langlebig.

Einmal schnuppern, bitte!

Riecht die Puppe chemisch, unangenehm oder fällt sie mit einem besonderen Duft auf? Dann sollte sie besser im Regal liegen gelassen werden. Ein auffälliger Geruch kann darauf hinweisen, dass das Spielzeug bestimmte Stoffe ausdünstet. Auch absichtlich zugesetzte Duftstoffe haben in Kinderspielzeug nichts verloren und können Allergien auslösen. Für Online-Einkäufe gilt: Bestellen, auspacken, daran riechen - und bei unangenehmen Geruch innerhalb der Rückgabefrist zurückschicken.

Weg mit dem Lack

Bunter Lack enthält oft schädliche Stoffe. Daher ist es ratsam, zu unlackierten oder gewachsten Bauklötzen zu greifen. Gleiches gilt für Buntstifte aus Holz, die sich Kinder gerne in den Mund stecken und daran knabbern.

Weiches Plastikspielzeug kritisch prüfen

Bausteine oder Figuren aus hartem Plastik bestehen meist aus dem unbedenklichen Kunststoff ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymer) - zumindest bei namhaften Herstellern. Anders sieht es bei Spielzeug aus Weichplastik aus: Es besteht meist aus hartem PVC, das mit Weichmachern, etwa Phthalat-Weichmachern, elastisch gemacht wird. Zwar gibt es für diesen Stoff Grenzwerte, aber es werden immer wieder Spielzeuge entdeckt, welche die Richtlinien überschreiten. Bedenklich: Phthalat-Weichmacher sind geruchlos und können das Hormonsystem des Menschen stören. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte beim Kauf auf Hinweise wie "PVC-frei" und "Phthalat-frei" achten. Spielzeug mit dem "Spiel gut"-Zeichen ist ebenfalls frei von PVC.

Auf Siegel achten

Produkte, die das "CE"-Zeichen (Communauté Européenne) tragen, sollten die europäischen Gesetze und Normen erfüllen. Allerdings werden immer wieder Spielsachen gefunden, die trotz "CE"-Zeichens mit Schadstoffen weit über den gesetzlichen Grenzwerten belastet sind. Aussagekräftiger ist daher das "GS"-Zeichen ("Geprüfte Sicherheit"): Es garantiert, dass die gesetzlichen Richtlinien auch tatsächlich eingehalten werden und wird von verschiedenen Prüfinstitutionen vergeben, etwa dem TÜV Rheinland oder dem TÜV Süd.

ikr
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