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Studie aus den USA: Diese Schlafmythen sind falsch - und können der Gesundheit schaden

Schlafmythen gibt es viele, doch welche davon sind wirklich zutreffend? US-Forscher haben die geläufigsten Mythen auf ihren Wahrheitsgehalt hin analysiert und zeigen: An den meisten ist nichts dran. Und einige sind sogar gefährlich.

Gesunder Schlaf: Eine Frau liegt im Bett und schläft

Wer gut und gesund schlafen will, sollte nicht auf diese Irrtümer hereinfallen

Getty Images

Guter Schlaf ist essenziell für die Gesundheit und das Wohlbefinden am Tag. Doch wie viele Stunden sollten es in der Nacht mindestens sein? Und was sollte man tun, wenn es mal nicht mit dem Einschlafen klappt?

Ein Team der New York University hat die häufigsten Schlafmythen gesammelt und die wissenschaftliche Faktenlage geprüft. Gibt es Studien die die Thesen stützen? Und wenn ja: Wie umfangreich sind diese Studien? Wie aussagekräftig sind sie?

Das Ergebnis fällt überraschend eindeutig aus: An vielen Schlafmythen ist nichts dran, im Gegenteil. Einige von ihnen sind sogar schädlich, weil sie Auswirkungen auf unsere Gesundheit oder unsere Stimmung haben könnten, warnen die Forscher. Eine Auswahl.

Mythos 1: Erwachsene brauchen nicht mehr als fünf Stunden Schlaf

Das ist falsch, stellt das Forscherteam um Rebecca Robins klar. Menschen, die regelmäßig fünf Stunden oder weniger in der Nacht schlafen, haben häufiger mit Gesundheitsbeschwerden zu kämpfen, berichten sie im Fachblatt "Sleep Health". Die kurze Schlafzeit kann sich demnach negativ auf das Herz-Kreislauf-System, den Stoffwechsel, die Psyche und auch das Immunsystem auswirken.

Zwar gebe es erste, vorsichtige Hinweise, dass einige Menschen ein geringeres Schlafbedürfnis als andere haben. Sollte sich das bewahrheiten, treffe dies jedoch höchstens auf eine "Minderheit" zu, schreiben die Forscher. Für die große Mehrheit gelten sieben Stunden Schlaf in der Nacht als empfehlenswert.

Mythos 2: Man kann dem Körper antrainieren, mit weniger Schlaf auszukommen

Auch diesen Mythos konnten die Forscher anhand wissenschaftlicher Untersuchungen widerlegen. Studien zeigen: Auch nach vielen Wochen mit wenig Schlaf hat sich der Körper nicht an das neue Schlafpensum angepepasst, im Gegenteil - es kommt vielmehr zu einem anhaltenden Leistungsabfall. 

Studien mit Nachtarbeitern kommen zu einem ähnlichen Schluss. Wer nachts arbeitet, muss den Schlaf tagsüber nachholen und schläft für gewöhnlich kürzer als beispielsweise Menschen mit einem normalen Bürojob. Doch die geringere Schlafdauer geht mit gesundheitlichen Problemen einher: Sie haben beispielsweise ein erhöhtes Risiko für Krankheiten wie Brustkrebs. 

Mythos 3: Wer nachts nicht einschlafen kann, sollte im Bett liegen bleiben und versuchen, wieder einzuschlafen

Für diesen Mythos gibt es keine wissenschaftlichen Belege. Stattdessen hat sich eine andere Methode bewährt, die zunächst paradox klingt: Wer sich nachts im Bett wälzt und nicht einschlafen kann, sollte aufstehen, blaues Licht wie das eines Handydisplays meiden und erst dann wieder zu Bett gehen, wenn er oder sie müde ist.

"Personen, die diese Anweisungen befolgen, berichten über deutliche Verbesserungen, zum Beispiel brauchen sie weniger Zeit um einzuschlafen", schreiben die Forscher.

Mythos 4: Es ist besser, den Snooze-Button zu drücken als direkt nach dem ersten Weckerklingeln aufzustehen

Manch einer schwört auf den Snooze-Button - andere sind vom Dauergeklingel am Morgen genervt. Doch ist das Schlummern an Morgen aus gesundheitlicher Sicht empfehlenswert?

Nein, sagt das Expertenteam um Rebecca Robins. "Schlaffragmentierungen, wie sie durch das Snoozen hervorgerufen werden, sind mit nachteiligen Folgen verbunden, einschließlich verminderter geistiger Flexibilität und subjektiver Stimmung." Zwar seien die gesundheitlichen Folgen vom Snoozen am Morgen noch wenig untersucht, die Datenlage entsprechend dünn. Doch Schlafstörungen seien grundsätzlich "nicht optimal", schreiben die Forscher.

Ihr Rat: Stellen Sie den Wecker auf die Zeit, zu der Sie aufstehen müssen und verzichten Sie auf mehrere aufeinanderfolgende Weckalarme. 

Mythos 5: Alkohol vor dem Schlafengehen verbessert den Schlaf

Auch diese Behauptung stimmt nicht. Zwar könne Alkohol dazu führen, dass man schneller einschläft, es führe aber zu Schlafstörungen in der zweiten Hälfte der Nacht, heißt es in dem Fachblatt. 

"Aus einer ganzen Reihe aus Studien geht hervor, dass sich Alkohol insgesamt negativ auf die Schlafqualität auswirkt", schreiben die Forscher. Auch verstärkt Alkohol das Schlafapnoe-Syndrom, das sich durch Atemstörungen im Schlaf äußert und unter anderem zu starker Müdigkeit am Tag führen kann. 

Quelle: Sleep Health - Journal of the National Sleep Foundation

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ikr
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