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Tag-Nacht-Rhythmus: US-Forscherin erklärt, warum Kunstlicht beim Schlafen eine schlechte Idee ist

Dass künstliches Licht dem Körper eher schadet als nützt, ist kein Geheimnis. Aufhorchen lässt nun eine US-Forscherin. Die kommt nach einer aufwändigen Studie zu dem überraschenden Ergebnis, dass sich Licht im Schlafzimmer auch auf der Waage bemerkbar macht.

Junge Frau schläft bei Kunstlicht

Die Ergebnisse einer Studie mit 44.000 Frauen lassen US-Forscherin Dale Sandler vermuten, dass sich Kunstlicht beim Schlafen auch auf das Gewicht auswirkt - und zwar nicht positiv

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Wer beim Schlafen das Licht anlässt, verschwendet nicht nur Energie - er nimmt auch einige Pfunde zu. Zu diesem Ergebnis kamen Forscher des Research Triangle Parks im US-Bundesstaat North Carolina. Sie veröffentlichten die erstaunlichen Ergebnisse  einer aufwändigen Studie mit 44.000 Frauen im Alter zwischen 35 und 74 Jahren im Fachjournal "JAMA Internal Medicine". 

Demnach legten die bei künstlichem Licht - dem sogenannten ALAN (Artificial Light at Night) - schlafenden Frauen über den Studienzeitraum von fünf Jahren mehr als fünf Kilogramm zu. Gleichzeitig kletterte der "Body Mass Index" um bis zu zehn Prozent. Nächtliche Snacks und Heißhungerattacken sollen mit der Gewichtszunahme übrigens nichts zu tun haben. Man habe darauf geachtet, dass sich die Teilnehmerinnen möglichst variabel ernähren, körperlich aktiv sind und ausreichend Schlaf bekommen, so Studienleiterin Dale Sandler. Das Plus auf der Waage könne also nur damit zusammenhängen, dass die Frauen bei künstlichem Licht schliefen.

Innere Uhr irritiert: Stress statt Ruhe

Die Vermutungen des Forscherteams um Sandler sind im wahrsten Sinne des Wortes einleuchtend. Wer mit Licht schläft, bringt seine innere Uhr und ihren Tag-Nacht-Rhythmus aus dem Takt. Damit eng verknüpft ist auch das Hungergefühl. "Der Tag-Nacht-Zyklus ist wichtig, damit die Hormone, die den Schlaf und den Hunger bestimmen, angemessen reguliert werden", sagt Sandler. Gerät also der Zyklus aus dem Ruder, produziert der irritierte Körper vermehrt Glucocortoide (Stresshormone) anstatt uns mit dem Schlafhormon Melatonin die nötige Ruhe zu verschaffen. Das durchs Schlaf- oder Kinderzimmer scheinende Licht von Straßenlaternen und Leuchtreklamen reicht übrigens schon aus, um den Organismus durcheinander zu bringen und ihm vorzugaukeln, er müsse nicht auf Nachtmodus umschalten.

Dass ein gestresster Körper schwerer zur Ruhe kommt, leuchtet ebenfalls ein. Die US-Forscher vom National Institute of Health vermuten deshalb, dass auch Schlafmangel bei der Gewichtszunahme eine Rolle spielt. Um es kurz zu machen: Wer weniger schläft, hat mehr Zeit zum Essen. 

"Schalten Sie das Licht aus, bevor Sie Schlafen gehen"

Ähnlich simpel sind die Empfehlungen der Wissenschaftler. "Schalten Sie das Licht aus, bevor Sie ins Bett gehen", rät Sandler. Und meint damit nicht nur die Nachttischlampe, sondern auch den Fernseher und das Smartphone. 

Bereits frühere Studien kamen zu dem Ergebnis, dass sich ein gestörter Tag-Nacht-Zyklus negativ auf das Wohlbefinden auswirkt. Demnach erhöht die Schieflage auch das Risiko für Bluthochdruck, Diabetes, Depressionen und Adipositas.

Falls es die Frauen tröstet: Ein ähnliches Experiment bei Männern hätte laut Dale Sandler zum gleichen Ergebnis geführt. 

Guter Schlaf ist wichtig.

Quellen: "infranken.de"; "RTL"

js