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Schutz vor Infektion Zeckenbiss, und jetzt? Was Sie tun sollten - und was auf keinen Fall

Zeckenbiss: Eine Zecke krabbelt über Haut
Zecken können Krankheiten wie Borreliose oder FSME übertragen
© IgorChus / Getty Images
Ein Zeckenbiss ist ärgerlich, doch lässt sich nicht immer verhindern. Wichtig ist dann vor allem schnell zu handeln - und die Bissstelle im Blick zu behalten.

Sprays, lange Strümpfe und Hosen: Gegen Zecken gibt es viele Abwehrmaßnahmen, doch einen hundertprozentigen Schutz vor den Krabbeltieren gibt es nicht. Zecken verbeißen sich besonders gern an Stellen, die für den Menschen schwer einzusehen sind: Kniekehlen, Achselhöhlen, zwischen den Zehen. Nach einem Picknick auf der Wiese oder einem Spaziergang im Wald ist es daher besonders wichtig, sich gründlich abzusuchen - am besten direkt nach dem Ausflug ins Grüne und wieder einige Stunden später. Der Grund: Zecken stechen meist nicht sofort, sondern krabbeln manchmal noch mehrere Stunden auf dem Körper umher.

Was aber, wenn sich eine Zecke bereits festgesaugt hat? Wichtig ist dann, die Zecke schnell zu entfernen. So sinkt das Risiko, sich mit den Erregern der Lyme-Borreliose zu infizieren. Die Bakterien werden - anders als das FSME-Virus - nicht sofort übertragen. Nach rund 24 bis 30 Stunden gelangen die Borreliose-Erreger mit dem Zeckenspeichel ins Blut. 

Zum Entfernen der Zecke gibt es verschiedene Werkzeuge:

  • Eine Zeckenkarte wird zwischen Zecke und Haut platziert. Wichtig dabei: Die Karte keinesfalls anheben, sondern an die Haut drücken und versuchen, das Tier mit einer waagrechten Bewegung aus der Haut zu schieben.
  • Mit einer Zeckenpinzette lässt sich das Tier am Kopf fassen. Die Zecke im Anschluss langsam aus der Haut ziehen. Falls das nicht gelingt, können leichte Drehbewegungen helfen.

Falls kein Hilfsmittel zur Hand ist, lassen sich Zecken im Notfall auch mit den Fingernägeln ziehen. Das Tier sollte nach Möglichkeit aber nicht mit den Fingern zusammengedrückt werden, da so Erreger aus der Zecke in den Körper gepresst werden können.

Die Einstichstelle kann im Anschluss desinfiziert werden. Sollte ein Teil der Zecke in der Haut steckengeblieben sein, kann sie im Anschluss von einem Arzt entfernt werden. Ein zurückgebliebener Zeckenrüssel kann zu kleinen Entzündungen führen, ist meist jedoch harmlos.

Finger weg von Klebstoff und Öl

Früher hieß es oft, die Zecke könne mit Nagellack, Klebstoff, Zahnpasta, Öl oder Alkohol abgetötet werden. Diese Tipps schaden jedoch mehr als sie nutzen, da es lange dauern kann, bis das Tier abstirbt. In der Zwischenzeit steigt das Risiko einer Infektion.

Mit dem erfolgreichen Entfernen ist die Behandlung eines Zeckenbisses noch nicht abgeschlossen. Die Einstichstelle sollte in den kommenden Wochen weiter beobachtet werden. Sollte sich die Haut rund um den Stich ringförmig röten, ist ein Arztbesuch erforderlich. Die sogenannte Wanderröte ist ein Anzeichen von Borreliose. Auch grippeähnliche Symptome wie Fieber und Gliederschmerzen können auf eine Infektion hindeuten und sollten abgeklärt werden. Treten diese Symptome schon nach ein bis zwei Wochen nach dem Biss auf, kann das auf eine FSME-Infektion hindeuten. 

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, wird durch Viren ausgelöst. Überträger sind ebenfalls Zecken, allerdings ist hauptsächlich der Süden Deutschlands betroffen. Das RKI veröffentlicht jährlich eine Karte mit den Risikogebieten. Gegen FSME gibt es eine Impfung, die für Risikogruppen wie Forstarbeiter empfohlen wird.

Quelle: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

ikr

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