HOME

Stress als Helfer: Vier Wege, gut durch stressige Zeiten zu kommen

Stressige Zeiten gehören zu jedem Leben, sie lassen sich nicht vermeiden. Doch wie wir damit umgehen, entscheidet darüber, ob diese uns schaden oder sogar stärken können.

Eine Bergsteigerin hat den Gipfel erreicht

Geschafft! Wer stressige Zeiten durchsteht, legt sich ein Rüstzeug für eventuelle weitere Krisen zu.

"Wie Sie Stress zu Ihrem Freund machen", so hat die Gesundheitspsychologin Kelly McGonigal, die an der kalifornischen Stanford Universität lehrt, ihren TED-Talk betitelt. Millionen Menschen haben dieses Video mittlerweile gesehen. Zu dem Thema hat McGonigal auch ein Buch veröffentlicht, in dem sie nicht nur die neueste Forschung anschaulich darstellt, sondern auch viele konkrete Tipps gibt, wie es gelingen kann, die guten Seiten des Stresses zu sehen, um den Herausforderungen des Lebens gewachsen zu sein. Denn stürmische Zeiten - so viel ist klar - erlebt jeder einmal. 

Dabei gehe es nicht darum, schlimme Erlebnisse schön zu reden und so zu tun, als wären diese nicht vorhanden, das betont auch McGonigal. Gerade bei Traumata sei klar, dass dieses Leiden nichts Gutes an sich habe. Und nicht jedes Trauma führe zu Wachstum. Aber: "Wenn irgendetwas Gutes aus dem Leiden erwächst, liegt die Quelle dafür in Ihnen - in Ihren Stärken, Ihren Werten und Ihrer Wahl, wie Sie mit Widrigkeiten umgehen."  

Doch es müssen nicht immer gleich Traumata sein, die uns aus der Bahn werfen. Manchmal reicht schon der Alltagsstress. Der stern zeigt vier Wege, wie Sie Stress konstruktiv begegnen können. Sie sind dem Buch "The Upside of Stress" von Kelly McGonigal entnommen. Dort finden Sie noch etliche weitere Tipps, die Ihnen dabei helfen, gut durch stressige Zeiten zu kommen.

1. Verwandeln Sie eine bedrohliche Situation in eine Herausforderung

Wenn Ihr Herz rast oder Ihr Atem schneller wird, nehmen Sie  dies als Versuch Ihres Körpers wahr, Ihnen mehr Energie zur Verfügung zu stellen. Wenn Sie eine körperliche Anspannung fühlen, verdeutlichen Sie sich, dass die Stressantwort Ihres Körpers Ihnen Zugang zu Ihren Stärken verschafft.

Verschwitzte Hände? Erinnern Sie sich daran, wie Sie sich bei Ihrem ersten Date gefühlt haben - Ihre Hände werden feucht, wenn Sie ganz nah an etwas sind, das Sie begehren. Wenn Sie Schmetterlinge im Bauch wahrnehmen, verstehen Sie, dass diese ein Zeichen dafür sind, dass etwas bedeutsam ist. (…)

Was auch immer Ihre Anzeichen für Stress sind, seien Sie weniger darüber besorgt, dass diese verschwinden, sondern konzentrieren Sie sich mehr darauf, was Sie mit der durch den Stress hervorgerufenen Energie, der Stärke und dem Schwung machen. Ihr Körper sorgt dafür, dass Sie Zugang zu all Ihren Ressourcen haben, damit Sie die Herausforderung gut bewältigen. Atmen Sie nicht tief ein, um sich zu beruhigen. Atmen Sie tief ein, um die Energie wahrzunehmen, die Ihnen zur Verfügung steht.

2. Tun Sie etwas für andere

Wenn Sie sich überfordert fühlen, halten Sie nach einer Möglichkeit Ausschau, etwas für andere zu tun, das über Ihre täglichen Anforderungen hinausgeht. Sie sollten das gerade dann machen, wenn Sie das Gefühl haben, dafür weder Energie noch Zeit aufbringen zu können. Sie können sich auch das Ziel stecken, täglich eine Gelegenheit zu finden, jemanden zu unterstützen. So trimmen Sie Ihren Geist und Ihren Körper, konstruktiv zu handeln und dadurch Mut, Hoffnung und Verbundenheit zu erfahren. (…)

Erweitern Sie Ihren Fokus von sich selbst auf Ziele, die größer sind und der Allgemeinheit dienen. Wenn es Ihnen schwerfällt, solche zu finden, nehmen Sie sich Zeit für Fragen wie diese: Welchen positiven Einfluss wollen Sie auf die Menschen in Ihrer Umgebung haben? Was inspiriert Sie - ganz generell oder etwa auf der Arbeit? Was wollen Sie verändern?

3. Leiden Sie nicht alleine, vernetzten Sie sich

Das Gefühl, mit dem eigenen Leid alleine zu sein, ist eines der größten Hindernisse, um Stress zu verwandeln. Wenn wir uns isoliert und einsam fühlen, wird es schwierig, ins Handeln zu kommen oder etwas Positives an unserer Situation wahrzunehmen. Dieses Gefühl kann uns daran hindern, den Kontakt zu anderen Menschen zu suchen, sei es, um selbst Hilfe zu erfahren oder davon zu profitieren, anderen zu helfen. Dabei ist die Erfahrung von Stress zutiefst menschlich (…) Um sich in stressigen Zeiten weniger alleine zu fühlen, helfen zwei Dinge. Erstens: Vergrößern Sie Ihr Bewusstsein für das Leid anderer Menschen. Zweitens: Gehen Sie mit Ihrem eigenen offen um.

4. Verwandeln Sie Widrigkeiten in Kraftquellen

Erinnern Sie sich an eine stressige Erfahrung aus Ihrer Vergangenheit, die Sie durchgestanden haben oder durch die Sie etwas Wichtiges gelernt haben. Nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit um zu überlegen, was diese Erfahrung Sie hinsichtlich Ihrer Stärken und Ihrer Fähigkeit, mit Stress umzugehen, gelehrt hat. Stellen Sie dann eine Zeituhr so ein, dass Sie 15 Minuten haben, um über diese Erfahrung zu schreiben und dabei folgende Fragen zu beantworten:

  • Was haben Sie getan, um die stressvolle Erfahrung durchzustehen? Welche persönlichen Ressourcen haben Sie herangezogen, welche Stärken genutzt? Haben Sie Informationen, Rat oder eine andere Art der Unterstützung gesucht?
  • Was hat diese Erfahrung Sie in Bezug darauf gelehrt, wie Sie mit Widrigkeiten umgehen?
  • Hat diese Erfahrung Sie gestärkt?

 Denken Sie nun an eine aktuelle Situation, durch die Sie sich durchkämpfen müssen.

  • Auf welche Ihrer Stärken und Ressourcen können Sie in dieser Situation zählen?
  • Gibt es irgendwelche Fähigkeiten oder Stärken, die Sie entwickeln wollen? Falls das der Fall sein sollte: Wie können Sie damit beginnen, das umzusetzen und die Situation dabei als eine Gelegenheit zum Wachstum nutzen?


Mehr darüber, wie Sie gut durch stressige Zeiten kommen und Ihre Widerstandskraft entwickeln, finden Sie in dem Buch "The Upside of Stress" von Kate McGonigal.

lea
Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(