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Studie: Mehrheit der Deutschen fühlt sich gesund

Das Berliner Robert-Koch-Institut hat den Gesundheitszustand der Deutschen untersucht. Die große Mehrheit fühlt sich demnach fit. Ein Drittel bewertet die eigene Verfassung hingegen als mittelmäßig oder sogar schlecht. Gestiegen ist die Zahl der Fettleibigen.

Die meisten Deutschen fühlen sich gesund

Die meisten Deutschen fühlen sich gesund

Die große Mehrheit der Deutschen erfreut sich guter Gesundheit, wie eine telefonische Befragung des Berliner Robert-Koch-Instituts (RKI) unter rund 21.200 Teilnehmern zeigt. Rund 70 Prozent der Befragten schätzen ihren eigenen Gesundheitszustand als gut oder sehr gut ein, knapp ein Drittel bewertet die eigene Verfassung hingegen eher als mittelmäßig oder schlecht. Jeder zehnte Bundesbürger ist sogar durch Krankheit erheblich eingeschränkt.

Bei den über 65-Jährigen musste ein knappes Viertel innerhalb der letzten zwölf Monate ins Krankenhaus. Menschen mit niedrigem Bildungsstatus schätzen ihre Gesundheit in der Regel seltener als sehr gut oder gut ein als diejenigen mit mittlerem oder oberem Bildungsstatus.

Für die Studie wurden die Teilnehmer zwischen Juli 2008 und Juni 2009 zu ihrem Gesundheitszustand, Befinden und ihren Lebensgewohnheiten befragt. Die Befragung "GEDA 2009" ist Teil des RKI-Gesundheitsmonitorings im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums und dient der kontinuierlichen Beobachtung von Gesundheit, Risikofaktoren und Krankheiten in der Bevölkerung. Der letzte, kleinere Survey war 2003 durchgeführt worden.

Mehr Menschen sind adipös

Vor allem die jüngeren Deutschen haben weniger chronische Krankheiten als noch vor einigen Jahren. Bei den Älteren ist dagegen die Häufigkeit des sogenannten "Altersdiabetes" gestiegen. Jeder fünfte über 65 Jahren leidet an Diabetes vom Typ zwei. Die Experten sind sich allerdings noch nicht einig, ob dies an einer verbesserten Früherkennung oder an einer Zunahme der Risikofaktoren liegt. Besorgniserregend auch: Im Vergleich zu 2003 sind mehr Menschen in Deutschland fettleibig. Bei den Frauen stieg der Anteil von 12,5 Prozent auf 15,7 Prozent, bei den Männern von 12,8 Prozent auf 16,3 Prozent. Blutdruck- und Blutfettwerte nahmen ebenfalls zu.

Eine Verbesserung zeigt sich beim Rauchverhalten: Verglichen mit 2003 greifen weniger Deutsche zum Glimmstängel. 44 Prozent bezeichnen sich als Nichtraucher. Bei den Frauen sank die Raucherquote der Studie zufolge von gut 29 auf 26 Prozent, bei den Männern greifen rund 34 Prozent täglich oder gelegentlich zur Zigarette. Vor einigen Jahren waren es noch über 38 Prozent. Vor allem jüngere Menschen rauchen inzwischen seltener.

Auch beim Alkoholkonsum zeigen sich Unterschiede zwischen den Altersgruppen. Mehr als 37 Prozent der Jüngeren (18 bis 29 Jahre) gaben an, in möglicherweise gesundheitsschädigendem Maße Alkohol zu trinken. Im Durchschnitt aller Befragten lag der Risikokonsum, der etwa einem bis zwei halben Litern Bier täglich entspricht, bei 27,5 Prozent. Jeder Zweite trinkt "moderat" und jeder Fünfte nie.

Mehr Sport, Obst und Gemüse

Verglichen mit 2003 treiben die Deutschen mehr Sport. Um fit zu bleiben, ist etwa jeder Fünfte fünf Mal pro Woche mindestens eine halbe Stunde körperlich aktiv, sei es bei der Gartenarbeit oder bei der Fahrt mit dem Fahrrad ins Büro. Mehr als die Hälfte bewegt sich laut Umfrage allerdings weniger als 2,5 Stunden pro Woche. Der Anteil der sportlich sehr aktiven Menschen hat laut der Erhebung seit 2003 hingegen um vier Prozentpunkte zugenommen. Insgesamt treibt etwa jeder Fünfte zwei bis vier Stunden pro Woche Sport, knapp 23 Prozent sogar mehr als vier Stunden. Mehr als ein Drittel verzichtet hingegen völlig auf sportliche Aktivitäten.

Auf die Frage, wie oft sie Obst essen, gaben 62 Prozent an, dies täglich zu tun. 46 Prozent greifen täglich zu Gemüse. Der Anteil der Obst- und Gemüseverweigerer ist mit 1,6 beziehungsweise 0,5 Prozent verschwindend gering.

Ein Großteil der Deutschen lässt die Gesundheit regelmäßig checken: 88 Prozent der Befragten nahmen innerhalb des vergangenen Jahres die Leistungen eines Arztes in Anspruch. Ein Drittel der Befragten ließ sich in der Wintersaison 2007/2008 gegen Grippe impfen.

DPA/AFP/lea / DPA

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