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Johns Hopkins University US-Mediziner: "Wir werden jahrelang mit den Masken leben"

Anthony Fauci, Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, nimmt seinen Mundschutz ab
Anthony Fauci, einer der führenden Corona-Experten der USA, trägt auch in der Öffentlichkeit einen Mundschutz. Eric Toner, Wissenschaftler der Johns Hopkins University, hat nun betont, wie wichtig das Maskentragen im Kampf gegen das Coronavirus sei.
© Kevin Dietsch/Pool UPI / DPA
Masken halten infektiöse Tröpfchen zurück - und sind zum Schutz vor dem Coronavirus essenziell, sagt ein US-Mediziner. Mit einem Impfstoff für weite Teile der Bevölkerung rechnet er frühestens im Jahr 2022.

Während Deutschland über das Für und Wider der weiterhin geltenden Maskenpflicht in Geschäften debattiert, stellt ein Mediziner der US-amerikanischen Johns Hopkins University kein baldiges Ende des Maskentragens in Aussicht. Im Gespräch mit "CNet" erklärte der Pandemieexperte Eric Toner, dass Mund-Nase-Bedeckungen womöglich noch jahrelang Teil des alltäglichen Lebens bleiben könnten. Nach Ansicht des Experten werde es einen Impfstoff für weite Teile der Bevölkerung frühestens im Jahr 2022 geben.

Mund-Nase-Bedeckungen gelten aktuell als eine der wichtigsten Einzelmaßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus. Während ihr Nutzen zu Beginn der Pandemie noch vielfach in Frage gestellt wurde, gibt es mittlerweile Belege dafür, dass Alltagsmasken infektiöse Tröpfchen effektiv zurückhalten können. "Es ist eigentlich ziemlich einfach", erklärte Toner im Gespräch mit "CNet" "Wenn wir unsere Gesichter bedecken - sowohl wir selbst, als auch unser Gegenüber, mit dem wir interagieren - sinkt das Risiko einer Übertragung erheblich." Gleiches gelte für den Aufenthalt an frischer Luft im Vergleich zu Innenräumen und das Einhalten von Abstandsregelungen. 

Corona-Regeln könnten für längere Zeit bestehen bleiben

"Ich denke, dass wir mit dem Maskentragen und einem gewissen Maß an "Social Distancing" einige Jahre - hoffentlich glücklich und zufrieden - leben werden", so Toner weiter. Die Bevölkerung solle Aktivitäten ins Freie verlegen und überfüllte Orte meiden. "Sie können an einen Strand, in die Berge oder an einen See gehen", betonte der Mediziner. An frischer Luft seien diese Aktivitäten "problemlos" möglich. 

Trotz erster Fortschritte in der Therapie von Covid-19-Patienten gibt es bislang noch kein Heilmittel oder einen zugelassenen Impfstoff gegen das Coronavirus. Ein solcher könne frühestens im Jahr 2022 für die breite Masse zur Verfügung stehen, glaubt Toner. Und selbst dann sei unklar, ob möglicherweise eine zweite Impfdosis nötig sei, um einen ausreichend großen Impfschutz gegen das Coronavirus aufzubauen.

Toners Prognose fällt in eine Zeit, in der die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in einigen Bundesstaaten der USA zuletzt wieder dramatisch gestiegen ist. Als Reaktion auf das Ausbruchsgeschehen hatte der Gouverneur von Texas erstmals eine Maskenpflicht für weite Teile des Staates angeordnet - ein Novum in Texas, in dem viele Bürger auf ihre Freiheitsrechte pochen. Mit Blick auf Masken-Verweigerer sagte Toner: "Sie werden es einsehen." Es sei nur eine Frage der Zeit.

Auch US-Präsident Donald Trump hatte bis zuletzt eine strenge "Anti-Masken"-Linie gefahren. Nach heftiger Kritik an seinem Vorgehen scheint sich diese nun allmählich aufzuweichen. Bei Wahlkampfveranstaltungen des amtierenden US-Präsidenten soll zwar weiterhin keine Maskenpflicht gelten. Es sollen künftig aber Masken bereitgestellt werden und Teilnehmer würden "stark ermuntert", diese auch zu tragen, heißt es aus seinem Wahlkampflager.

Die kommende Wahlkampfveranstaltung in New Hampshire soll zudem unter freiem Himmel stattfinden - nach Ansicht von Experten kann die frische Luft dazu beitragen, das Infektionsrisiko für Teilnehmer zu senken.

Quelle: "CNet: We'll be living with masks for years" / "Time"

ikr

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