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Stiftung Warentest zum Sonnenhormon: Vitamin D: Pille oder Sonne?

Sonnenlicht regt unsere Haut dazu an, Vitamin D zu bilden. Doch die Versorgung auf natürlichem Weg reicht nicht immer aus, Pillen versprechen Abhilfe. Doch wie sinnvoll sind Vitamin-D-Präparate?

Vitamin-D-Präparate einfach so vorsorglich einzunehmen, ist nicht zu empfehlen

Vitamin-D-Präparate einfach so vorsorglich einzunehmen, ist nicht zu empfehlen

Vitamin D-Präparate sind in Drogerien gut vertreten, was wohl daran liegt, dass das Sonnenhormon in den letzten Jahren eine steile Karriere gemacht hat: Für starke Knochen ist das Vitamin gut. Die Pillen sollen zudem vor Krebs, Diabetes, Depressionen, Herz-Kreislauf-Problemen und vielem mehr schützen. Doch in Studien ließen sich diese Hoffnungen bis jetzt nicht belegen.

Ist es dennoch sinnvoll, Vitamin-D-Präparate einzunehmen? Stiftung Warentest hat sich aktuelle Studien zu dem Thema angesehen und kommt zu dem Schluss, dass die künstliche Vitamin-D-Zufuhr keinesfalls ein Wundermittel für alle ist. Noch gibt es viele Fragen: Wie viel Vitamin D der Mensch genau braucht, sei unklar, schreibt Warentest. Umstritten ist auch, ob ein niedriger Vitamin-D-Spiegel weitere Krankheiten verursacht.

Nur für Risikogruppen

Damit Vitamin D gebildet wird, braucht die Haut Sonne - allerdings stört schon eine Sonnencreme die Produktion. Was wiederum ein Problem ist, denn das Weglassen von Sonnencreme steigert die Hautkrebsgefahr. Es gilt also, das richtige Maß zu finden: Fachgesellschaften raten dazu, Gesicht, Hände und Arme zwei bis dreimal die Woche unbedeckt und ohne Creme der Sonne auszusetzen. Für die Vitamin-D-Produktion sei das ausreichend.

Doch auch hier gilt: keinesfalls bei praller Sonne, da benötigt die Haut Schutz. Im Winter sind die Sonnenstunden in Deutschland allerdings gezählt, ein Vitamin-D-Mangel kann schnell auftreten. Selbst mit Vitamin-D-reichem Essen wie Hering, Lachs und Eiern lasse sich der Tagesbedarf kaum decken, schreibt Warentest.

Dennoch ist es wenig ratsam, Vitamin-D-Pillen zur Vorsorge zu schlucken. Zu viel des Stoffs kann auch zu Nebenwirkungen - etwa Nierensteinen - führen. Was also tun? Bis die Studienlage eindeutig ist, rät Warentest: Nur für Risikogruppen, etwa Senioren, bei denen die Bildung des Vitamins in der Haut abnimmt, oder Menschen, die bereits an Osteoporose leiden, sind die Pillen sinnvoll. Generell gelte: Wer meint, die Mittel zu brauchen, sollte zuvor mit seinem Arzt sprechen.

Den ausführlichen Artikel mit allen Risikogruppen und einem Hinweis auf geeignete Präparate finden Sie unter www.test.de

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