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"Wir und Corona": Til Mette: "Wir sitzen alle in derselben Grütze"

Das Virus wirbelt unser Leben durcheinander. Was sollen wir tun? Und vor allem: Wie halten wir zusammen? Im stern-Podcast "Wir und Corona" sprechen wir über diese Herausforderungen. Heute mit Karikaturist Til Mette.

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Das Toilettenpapier! Die Nudeln! Klar, auch in dieser Krise gibt es absurde, komische Momente. Und Parodien – auf den Queen-Song "Bohemian Rhapsody" zum Beispiel. Wunderbar. Andererseits sterben Menschen an Covid-19. An der Situation in Kliniken, an den Notständen in Italien, Spanien oder mittlerweile auch den USA ist nichts lustig. Wie trifft ein Profi-Humorist den Ton? Was geht, was geht nicht? Wie staatstragend müssen Satiriker sein? Darüber spricht Til Mette, stern-Karikaturist und einer der profiliertesten Zeichner des Landes, in der neuen Folge des Podcast "Wir und Corona" von stern und RTL.

"In schwierigen Zeiten suchen die Leute unterschiedlich Halt", sagt Mette. "Die einen werden religiös, die gehen in die Kirche. Aber die Kirchen sind ja nun auch geschlossen. Und die anderen versuchen es mit Humor. Es gibt da auch unterschiedliche Stadien, zum Beispiel das Endstadium, wenn alles zu spät ist. Dann freut man sich am Galgenhumor. Das ist das letzte. Diese Phase haben wir aber überhaupt noch nicht erreicht." Mette beschreibt die verschiedenen Humorphasen, die in dieser Krise bereits durchlaufen worden sind, vom Klopapier-Witz über den Virologen-Witz.

Und der Karikaturist spricht über die unterschiedlichen Funktionen von Satire. "In normalen Phasen ist die Karikatur oder der Cartoon oder die Satire dafür da, auch zu provozieren, auch aus einer unglaublichen Schläfrigkeit Leute aufzuwecken. Das macht man durch die Übertreibung, durch Provokation. Und jetzt hat man das Gefühl, das Virus selber ist für uns so eine Provokation und so eine Verunsicherung, dass es keinen Bedarf an weiterer Provokation gibt."

Mette, der zur Zeit der Terroranschläge des 11. September 2001 in New York gelebt hat, erklärt, worin für ihn der Unterschied zwischen der Krise damals und der Krise heute besteht – und was das für seine Zeichnungen bedeutet. "Wir sitzen heute alle in derselben Grütze", sagt er. Das vollständige Gespräch hören Sie hier.

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