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Speicheltests: Den Bakterien auf der Spur

Ein Speicheltest zeigt, wie viele Karieskeime im Mund sind und ob die Mundflora aus dem Gleichgewicht geraten ist. So kann der Zahnarzt das Kariesrisiko einschätzen.

Der Zahnarzt untersucht Ihren Speichel auf Bakterien und seinen pH-Wert

Der Zahnarzt untersucht Ihren Speichel auf Bakterien und seinen pH-Wert

Speichel reinigt Ihre Zähne und neutralisiert Säuren, die den Zahnschmelz angreifen können. Er wirkt auch desinfizierend. Dennoch tummeln sich in ihm jede Menge Bakterien. Putzen Sie Ihre Zähne nicht genug, machen sich die Karies-Erreger an ihr zerstörerisches Werk. Das sind vor allem die Laktobazillen, die Milchsäure produzieren, und das Bakterium Streptococcus mutans. Aus dem Zucker der Speisereste produzieren sie Säure. Die wiederum lässt den Zahnschmelz bröckeln. Die Folge: Ihre Zähne beginnen zu faulen.

Um zu testen, wie hoch Ihr Kariesrisiko ist, fahndet die Zahnärztin im Speichel nach den Karieskeimen. Je höher ihre Konzentration in der Probe ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Ihre Zähne faulen. So lässt sich die Gefahr einschätzen, nicht aber der Kariesbefall nachweisen.

Der Speicheltest beim Zahnarzt ist einfach und braucht wenig Zeit. Sie kauen für einige Minuten auf einem wachsähnlichen Paraffinstück oder auf einem Kaugummi herum. Das regt Ihren Speichelfluss an und spült die Bakterien aus den Zahnbelägen. Ein wenig Speichel wird nun in einem Plastikbecher gesammelt.

Die Bakterien dürfen sich im Brutschrank vermehren

Der Zahnarzt streicht den Speichel auf einen Teststreifen, der eine spezielle Nährlösung für die Mikroben enthält. In einer Laborschale wird der Streifen in einen so genannten Brutschrank gestellt. Dort ist es warm, die Bakterien vermehren sich gut. Nach zwei bis vier Tagen ist der Test fertig. Anhand einer Skala kann geschätzt werden, wieviele der zerstörerischen Bakterien in Ihrem Speichel sind.

Speicheltests können aber auch zeigen,

  • ob in Ihrem Speichel zu viele oder zu wenige Bakterien sind,
  • ob die Bakterien in Ihrem Mund gefährlich sind,
  • ob Sie genügend Speichel produzieren und
  • wie gut Ihr Speichel Säure neutralisiert.

Will Ihr Zahnarzt wissen, ob Sie genügend Speichel produzieren, müssen Sie nur einen speziellen Kaugummi kauen. Nach fünf Minuten spucken Sie alles in einen Messbecher, seine Markierungen geben die Menge an. Fließt bei Ihnen zu wenig Spucke, haben Sie womöglich mehr Bakterien im Mund und sind daher anfälliger für Karies.

Der Zahnarzt gibt Ihrer Spucke Saures

Ihr Zahnarzt kann auch testen, wie gut Ihr Speichel Saures neutralisiert. Normalerweise stammen die Säuren aus Speisen oder Getränken oder werden von Bakterien produziert. Für diesen Test wird Ihr Speichel im Becher mit Säure vermischt. Nach fünf Minuten wird der pH-Wert gemessen. Ist der Wert hoch, ist das gut, liegt er unter einem Wert von sieben, kann Ihre Spucke Saures schlecht neutralisieren.

Speicheltests sind allerdings nur eine kleine Hilfe für den Zahnarzt. Damit kann er schätzen, wie hoch Ihr Risiko ist, Karies zu bekommen. Und die Tests zeigen nur, wie die Sache im Moment aussieht. Ob Ihre Zähne auch künftig gesund bleiben, belegen sie nicht. Das hängt davon ab, ob Sie von häufig genug Ihre Zähne putzen und Zahnseide benutzen; aber auch Ihre Ernährung bestimmt das Kariesrisiko, viel Süßes erhöht es zum Beispiel.

Ein weiterer Nachteil der Tests: Sie sind recht teuer, keine Kassenleistung und müssen daher von Ihnen selbst bezahlt werden.

Kirsten Milhahn

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