HOME

Stern Logo Ratgeber Erkältung & Grippe

Bakterien im Blut: Bluttest spürt den Übeltätern nach

Im Blut steckt die Wahrheit. Es verrät, was Sie essen und trinken. Es zeigt nach genauer Analyse auch, mit welchen Keimen Sie in Berührung gekommen sind und ob Ihre Immunzellen darauf reagiert haben.

Eine Ärztin entnimmt Blut für einen Bluttest

Sind es Bakterien oder Viren? Eine Blutprobe verrät, welcher Keim Sie quält und was Ihr Körper dagegen unternimmt

In der Regel reichen eine gründliche Befragung und eine körperliche Untersuchung aus, um eine banale Erkältung oder eine Grippe festzustellen. Anders bei unklarem Krankheitsbild, Verdacht auf Vogelgrippe, Lungenentzündung und auf andere Komplikationen: Dann müssen Blut-, Speichel- oder Schleimhautproben Klarheit über den Krankheitserreger bringen. Das Labor kann diese Körperflüssigkeiten analysieren und die Erreger entlarven, die Ihre Beschwerden verursachen. Sind es Viren oder Bakterien?

Für eine Blutprobe wird Ihnen normalerweise Blut aus einer Armvene abgenommen und in fest verschlossenen Röhrchen in ein Labor geschickt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um herauszufinden, ob Sie sich mit Viren oder mit Bakterien angesteckt haben:

  • Bei Bakterienbefall senkt sich Ihr Blut schnell. Haben Sie sich hingegen mit Viren angesteckt, ist die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BKS) normal. Liegen Bakterien vor, kann eine Behandlung mit Antibiotika sinnvoll sein.
  • Die Anzahl der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) ist bei Virenerkrankungen wie Grippe niedriger. Bei einer Infektion, die auf Bakterien zurückgeht, höher als normal.

Bakterien im Blut: Suche nach Antikörpern

Anhand der Blutanalyse lässt sich auch feststellen, ob Ihr Abwehrsystem aktiv ist und versucht, das entsprechende Virus zu bekämpfen. Dafür wird nach Antikörpern gesucht - Substanzen, die von bestimmten Zellen des Immunsystems hergestellt werden. Antikörper heften sich an Keime und deaktivieren sie. Diese Blockierer werden speziell auf die jeweiligen Erreger angepasst. Allerdings lassen sie sich erst in der zweiten Krankheitswoche nachweisen.

Antikörper verbleiben jedoch noch lange nach einer Erkrankung im Blut. Sie können somit auch ein Überbleibsel einer Entzündung sein, die längst überstanden ist. Wenn eine Kontrolluntersuchung jedoch ergibt, dass die Menge der Antikörper um ein Vierfaches angestiegen ist, ist das ein Beweis für eine akute Erkrankung.

Wolfgang Schillings
Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity