VG-Wort Pixel

Auf der Hollywoodschaukel mit ... Chakuza Gute Werbung verkauft mehr als gute Musik


Was war der Sommer ihres Lebens? Chakuza über nervige Vermarktungsstrategien, Bushido und Hass auf Schokolade.
Stern Logo

Chakuza (eigentlich Peter Pangerl) kommt aus Linz und hat sich als Rapper mit dem Berliner Label Ersguterjunge einen Namen gemacht. Seit 2005 hat er dort mit seinem österreichischen Kollegen DJ Stickle produziert und Kollaborationen sowie Soloprojekte veröffentlicht. Seit 2012 ist er bei Four Music unter Vertrag und präsentiert mit "Exit" sein neuntes Album.

"Exit" aus was? Mussten Sie sich künstlerisch befreien?

Ich war künstlerisch immer frei. Aber ich habe mich in der Zeit von vielen Menschen getrennt, ich habe den Ausgang aus meiner Kopfsperre gefunden und etwas Neues ausprobiert. Ich habe gewagt, ein Album mit einem individuellen Konzept aufzunehmen. Das habe ich sehr genossen.

Sie waren bis 2010 beim Label Ersguterjunge. Was haben Sie von Bushido fürs Leben gelernt?

Bushido war eine lange Zeit sehr fair und auch ein Freund. Irgendwann hat man sich nicht mehr vertragen. Es ist immer schwierig, wenn zwei Egos aufeinandertreffen. So war das bei uns. Er ist ein sehr krasser Geschäftsmann, und bei mir steht eben immer die Musik im Vordergrund, nicht das Business.

Heutzutage kommt keine Albumveröffentlichung mehr ohne Making-Of und Blick-hinter-die-Kulissen aus. Wird einem das nicht manchmal zu viel?

Ich würde nicht mein Zuhause zeigen. Und bei einem anderen Album hätte ich das auch nicht gemacht, aber dieses Haus in Holland, wo wir aufgenommen haben, und die ganze Situation war so besonders, dass ich das teilen will, teilen muss. Ich möchte den Leuten vermitteln, wie sehr mich das alles berührt hat. Das war keine Vermarktungsstrategie.

Und Twitter, Facebook, Instagram… nervt das?

Ja, voll! Ich bin seit gestern auch bei Instagram (lacht) Es ist ein Werkzeug. Man muss leider mit der Zeit gehen. Wenn es nach mir ginge, gäbe es heute noch Kassetten und Platten. Die kann man aber nicht ins Internet stellen. Ich finde es gut, wenn ich meine Gefühle teilen kann, aber mir wäre es anders lieber. Dann wäre Musik auch wieder etwas wert. Wenn du sie nicht gratis bekommen kannst, gehst du los und kaufst sie dir. Und das muss man eigentlich auch: Denn wir stecken schließlich unser ganzes Herzblut da rein. Ich weiß, es gibt Leute, die machen das nur, um Geld zu machen, aber ich nicht. Deshalb tut es mir auch richtig weh, wenn jemand mein Album runterlädt. Ich finde das Scheiße.

Ich habe früher noch Plattencover "gelesen".

Und damals hat man nicht so viel über einen Künstler erfahren. Da gab es Zeitschriften, die musstest du dir kaufen und dann die Platte. Das war ein Aufwand, und dadurch war man viel mehr mit der Musik verbunden. Da kam nicht gleich das nächste Produkt nach.

Wo geht das hin?

Keine Ahnung. In der Musikindustrie geht es gerade vor allem darum zu Entertainen. Mit guter Werbung kannst du viel mehr Platten verkaufen, als mit guter Musik.

Was ist Ihre liebste Sommerbeschäftigung?

Urlaub, auch wenn ich das schon lange nicht mehr gemacht habe. Sonne, Sand und Meer. Ich liebe Schwimmen! Sobald ich einen See sehe, will ich reinspringen.

Hatten Sie ein Lieblingseis als Kind?

Bum-Bum ist geil. Aber es schmeckt ekelig. Pistazieneis mag ich. Gehasst habe ich immer schon Schokolade, hasse ich heute noch! Schokolade ist für mich das Schlimmste auf der Welt. Ich mag generell nichts Süßes - außer Gummibären.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker