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Buch-Kritik

"Anders ermittelt: Mord beim ESC": Spannend und lustig - dieses Buch ist ein Muss für ESC-Fans

In "Anders ermittelt: Mord beim ESC" findet der Eurovision Song Contest zum ersten Mal in Hamburg statt. Doch ein Attentat erschüttert die größte Musikshow der Welt. Ein spannender Krimi mit viel Liebe zum Detail.

Carola

Sie war das Vorbild für Lissi Sander: die schwedische Sängerin Carola

Picture Alliance

Lissi Sander, die schwedische ESC-Diva. Danny O’Brien, der in die Jahre gekommene Rekordsieger aus Irland. Oder Jolanda Marcelli aus San Marino, die bereits zum dritten Mal erfolglos antritt: Fans des Eurovision Song Contest werden die Vorbilder zu den beschriebenen Protagonisten sofort wieder erkennen. Sie alle sind nach Hamburg gekommen, um beim ESC anzutreten. Doch ein Mord überschattet die Show.

Im Kriminalroman "Anders ermittelt: Mord beim ESC" von Thomas Mohr findet der größte Musikwettbewerb der Welt zum ersten Mal in der Hansestadt statt. Beim ersten Semifinale wird die Moderatorin der Show getötet. Was zunächst wie ein Unfall durch Pyrotechnik aussieht, entpuppt sich als Anschlag. Der Hamburger Kommissar Anders Lövgren übernimmt die Ermittlungen. Er taucht in die ESC-Blase ein, lernt skurrile Fans und schrullige Teilnehmer kennen und findet heraus: Der Anschlag galt Lissi Sander. Das Show-Schlachtross schwebt in Lebensgefahr. 

Horror vor ESC-Attentat wird Wirklichkeit

Mohr lässt in seinem Roman die Horrorvision jedes TV-Verantwortlichen Wirklichkeit werden. Die Live-Show des ESC gilt wegen der großen Anzahl an Fernsehzuschauern als potenzielles Anschlagsziel. Die Sicherheitsvorkehrungen beim ESC sind hoch, trotzdem schaffte es auch in diesem Jahr wieder ein Störer auf die Bühne. Er entriss der Sängerin Surie aus Großbritannien das Mikrofon. Sie blieb unverletzt. Bei Mohrs ESC in kommt es zum Schlimmsten.

Trotz der schrecklichen Ereignisse ist "Anders ermittelt: beim ESC" kein düsteres Buch über Terror, sondern ein spannender und auch amüsanter Kriminalroman.  Ob der Contest nach einem Attentat auf eine Moderatorin tatsächlich fortgesetzt würde? Die gewagte These im Plot rückt schnell in den Hintergrund. Das liegt an den mit viel Liebe zum Detail entwickelten Protagonisten, die fast alle prominente ESC-Vorbilder haben. 

Showgrößen des Eurovision Song Contest kommen nach Hamburg

Carola, Johnny Logan oder Ralph Siegel - der Autor, der seit 20 Jahren als Journalist beim ESC dabei ist, verewigt sie in seinem Buch. Die echten Namen lässt er weg. Die beschriebenen Marotten und Empfindlichkeiten der Protagonisten werden damit zum lustigen ESC-Rätsel und zum Aha-Erlebnis für eingefleischte Eurovisions-Fans. Die Sander, das kann doch nur ... sein. Klar. Und die Beate Sommer ist doch die ... . Logisch.

Der Autor bedient sich aus seinen zahlreichen ESC-Erlebnissen. Wie viel Spaß Mohr beim Schreiben hatte, zeigt nicht nur die Liste der Teilnehmer am Schluss des Buches. Dort sind alle Protagonisten des ESC in Hamburg mit ihren Songtiteln aufgeführt. Wären sie nicht erfunden, man könnte denken, dass sie im nächsten Jahr genau so an den Start gehen. 

Dieses Buch ist eine Hommage an den Eurovision Song Contest - und ein Muss für jeden Fan. Für alle anderen ist es ein Hamburgkrimi mit überraschendem Ausgang.

mai
Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo