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"Asterix und seine Freunde": Comic-Zeichner ehren Uderzo

Albert Uderzo, geistiger Vater von Asterix und seinen gallischen Freunden, ist in diesem Jahr 80 geworden. Zu diesem Anlass gratuliert ihm die Comic-Welt mit einem neuen Asterix-Band - und alle Großen haben mitgemacht. stern.de zeigt den Beitrag von Brösel.

Von Pia Röder

Der letzte Asterix-Band "Gallien in Gefahr" liegt bereits zwei Jahre zurück. Jetzt hat die neueste Geschichte des kleinen Galliers den Weg in die Regale der deutschen Buchläden gefunden. Doch diesmal bestehen Asterix und die anderen Bewohner des Gallischen Dorfes nicht nur ein Abenteuer, sondern gleich 30. Denn für "Asterix und seine Freunde - eine Hommage an Albert Uderzo" griffen exakt so viele Comic-Zeichner zu Stift und Papier, um dem großen, alten Mann des europäischen Comics gebührend zu dessen 80. Geburtstag im April dieses Jahres zu gratulieren.

Denn womit kann man einem Mann wie Albert Uderzo, der in den vergangenen 50 Jahren erfolgreicher Zeichen-Karriere von Freunden und Fans schon alles Erdenkliche geschenkt bekam, eine größere Freude machen, als mit einem Comic-Band nur für ihn? Das dachte sich auch seine Tochter Sylvie und trommelte heimlich Künstler-Kollegen zusammen, die ihrem Talent freien Lauf ließen, sich kurze Geschichten überlegten und in ihrem individuellen Stil zu Papier brachten.

Episoden aus der Feder großer Comic-Zeichner

Viele namhafte Zeichner sind dabei und drücken ihre Gefühle für den Menschen Uderzo in Zeichnungen und Sprechblasen aus. Dabei ist auch das Kreativ-Duo Achdé und Gerra, berühmt durch den Cowboy, der schneller schießt als sein Schatten - Lucky Luke. Einer der Schöpfer der Schlümpfe, Francois Walthéry, ist genau so mit von der Partie wie Vicar, Zeichner von Disneys "Donald Duck" und den anderen Bewohnern von Entenhausen. Sogar das deutsche Urgestein des "beinharten" Comics "Brösel" alias Rötger Feldmann hat seinen Senf dazu gegeben und ein PS-starkes Rennen im Circus Maximus auf echten Feueröfen gezeichnet. Diesmal mit Zaubertrank statt Bölkstoff treten die Fischköpfe im Streitwagen-Rennen gegen die römische Konkurrenz um Bernadinus Ekelstonus an. Und gewinnen natürlich - wie könnte es anders sein.

Das ist Tradition in den Asterix-Comics. Seit dem der ersten Band "Asterix der Gallier" 1968 erschienen ist, kämpfen der furchtlose Gallier und sein dicker Freund Obelix mit Hilfe von List und Zaubertrank gegen die Römer. Im August 1959 dachte sich der Sohn italienischer Einwanderer und dessen Kompagnon René Goscinny die Geschichten um das unbeugsame gallische Dorf aus. Die beiden Cartoonisten trafen sich zum ersten Mal im Jahr 1951. Goscinny, der in erster Linie ein begabter Geschichtenschreiber war, erdachte sich die Abenteuer von Asterix, und Uderzo illustrierte sie. Nach dem Tod Goscinnys im Jahr 1977 produzierte Uderzo nun die Asterix-Abenteuer allein. 33 Comic-Bände füllten die Abenteuer bisher.

Eine Hommage auch an die jüngsten Leser

Der neue Band weicht keineswegs von den Ursprüngen ab, sondern ist vielmehr eine Reise durch die verschiedenen zeitgenössischen Zeichenstile, kombiniert mit der altbekannten Asterix-Art. Die Sammlung der in sich geschlossenen Erzählungen bündelt sich zu einem Universum der modernen Zeichenkunst. Manches witzig, manches hintergründig, aber immer individuell und geprägt von der Liebe zum großen Vorbild Uderzo.

Am 25. April 2007 überreichten die Künstler in Paris die Hommage an Albert Uderzo. Im Rahmen einer Ausstellung, bei der die Original-Zeichnungen gezeigt wurden, gratulierten die Comic-Virtuosen ihrem Vorbild und bereiteten ihm und den Fans eine große Freude. Doch nicht nur denen. Denn die Einnahmen dieses Projektes, sollen die "Defenseur des Enfants" (Anwalt der Kinder) unterstützen und helfen, die Erklärung der Kinderrechte der Uno zu verbreiten. Eine Hommage also nicht nur an den Schöpfer, sondern auch an jüngsten Leser: die Kinder.

Herzlichen Glückwunsch!

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