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Die Morgenlage: Boeing nimmt Produktion des Krisenfliegers 737 Max wieder auf

Bundestag entscheidet über Steuersenkungen und Lohnersatz für Eltern +++ 100.000 Corona-Tote in USA +++ SpaceX-Start verschoben +++ Ermittler äußern sich zu Mordfall in Viersener Kita +++ Die Nachrichtenlage am Mittwoch.

Boeing 737 MAX-Produktion in Renton, Washington

Produktion der Boeing 737 MAX in einer Montagehalle in Renton, Washington

AFP

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

es ist ein Fall, der sprachlos macht - offenbar auch die Ermittler. In einer Kita im niederrheinischen Viersen ist ein dreijähriges Kind getötet worden. Unter Mordverdacht steht eine 25 Jahre alte Erzieherin, die in Untersuchungshaft sitzt. Das Mädchen war am 21. April von einem Notarzt wegen Atemstillstands aus dem Kindergarten ins Krankenhaus gebracht worden. Am 4. Mai starb das Kind dort.

Nicht nur in der Nachbarstadt von Mönchengladbach ist die Bestürzung groß, der Fall hat bundesweite Aufmerksamkeit erregt. Gerüchte und Spekulationen machen die Runde, seit der mutmaßliche Mord bekannt wurde - umso mehr, da sich Staatsanwaltschaft und Polizei bisher in Schweigen gehüllt haben. Das soll sich heute ändern. Gegen 14 Uhr wollen die Viersener Ermittler endlich Details zu dem Fall bekanntgeben. Dann darf man erste Antworten auf die drängende Frage erwarten, ob tatsächlich eine Erzieherin ein ihr anvertrautes Kind getötet hat, und wie es soweit kommen konnte.

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag:

Boeing nimmt Produktion von Krisenflieger 737 Max wieder auf

Der angeschlagene US-Flugzeugbauer Boeing hat die Produktion seines nach zwei Abstürzen mit Startverboten belegten Krisenjets 737 Max wieder aufgenommen. Die Fertigung laufe zunächst auf geringem Niveau wieder an und werde im Laufe des Jahres weiter hochgefahren, teilte Boeing am Mittwoch mit. Es würden mehr als ein Dutzend Initiativen zur Verbesserung von Arbeitssicherheit und Produktqualität im Hauptwerk in Renton nahe Seattle umgesetzt werden.

Zahl der Corona-Toten in den USA steigt auf mehr als 100.000

Die Zahl der verzeichneten Todesopfer durch die Coronavirus-Pandemie in den USA hat die Marke von 100.000 überschritten. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore stieg die Zahl der Corona-Toten mehr rund 100.400. Die Zahl der registrierten Infektionsfälle betrug 1,69 Millionen. Die Vereinigten Staaten sind das mit Abstand am härtesten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Fast ein Drittel der dortigen Todesopfer wurde im Bundesstaat New York verzeichnet. Seit einiger Zeit wird allerdings in den USA ein Rückgang der täglichen Totenzahlen verzeichnet. 

Trump: Untersuchung im Fall von getötetem Schwarzen angeordnet

Im Fall eines bei einem brutalen Polizeieinsatz getöteten Schwarzen hat US-Präsident Donald Trump eine Untersuchung des Justizministeriums und der Bundespolizei FBI angeordnet. Trump versicherte auf Twitter: "Der Gerechtigkeit wird Genüge getan!" Er habe die Behörden zu beschleunigten Ermittlungen aufgefordert. Zugleich sprach Trump den Angehörigen und Freunden des Opfers George Floyd sein Mitgefühl aus. Der Präsident nannte den Tod Floyds "sehr taurig und tragisch". Der Tod Floyds in Minneapolis hatte Proteste in der US-Stadt ausgelöst.

Steuerzahlerbund kritisiert von der Leyens Corona-Aufbauplan scharf

Der Bund der Steuerzahler hat den Plan der EU-Kommission für ein europäisches Konjunkturprogramm im Umfang von 750 Milliarden Euro scharf kritisiert. "In letzter Konsequenz haben wir eine Vorstufe von gemeinschaftlichen Schulden", sagte Verbandspräsident Reiner Holznagel dem Portal t-online.de. Er sprach von einer Vernebelung der Tatsachen und einem Weichklopfen von Steuergeldern. Besser wäre zunächst eine "knallharte Bedarfsanalyse" der EU-Staaten, ehe Geld aus Brüssel fließt. 

Grünes Licht für Corona-Warn-App in Pariser Parlament

Die französische Nationalversammlung hat grünes Licht für die Corona-App "StopCovid" gegeben. Die Parlamentarier billigten mehrheitlich eine entsprechende Erklärung der Mitte-Regierung von Premierminister Édouard Philippe, wie das Unterhaus des französischen Parlaments am Mittwochabend berichtete.  Die App soll mit Hilfe von Bluetooth-Signalen erfassen, welche Smartphones einander nahegekommen sind. Nutzer sollen gewarnt werden, falls sich später herausstellt, dass sie sich neben infizierten Personen aufhielten. Gegen die App gab es immer wieder datenschutzrechtliche Bedenken - auch aus dem Lager von Präsident Emmanuel Macron.

Bundesliga: RB Leipzig verpasst Sprung auf Platz zwei

RB Leipzig hat die Chance verpasst, wieder Bayern-Jäger Nummer eins zu werden. Die Sachsen erreichten am 28. Spieltag der Fußball-Bundesliga im eigenen Stadion gegen Hertha BSC nur ein 2:2 und bleiben mit 55 Punkten in der Tabelle hinter Bayern München (64) und Borussia Dortmund (57) auf Rang drei. RB-Nationalspieler Marcel Halstenberg musste mit Gelb-Rot frühzeitig vom Platz (63.). Die übrigen Ergebnisse vom Mittwochabend: Fortuna Düsseldorf - Schalke 04 2:1; TSG Hoffenheim - 1.FC Köln 3:1; Union Berlin - Mainz 05 1:1; FC Augusburg - SC Paderborn 0:0.

Schlechtes Wetter: Start von "Crew Dragon" zur ISS verschoben

Was heute wichtig wird:

Bundestag entscheidet über Steuersenkung und Lohnersatz für Eltern

Der Bundestag entscheidet an diesem Donnerstag über eine stärkere Unterstützung für berufstätige Eltern und für die Gastronomie in der Corona-Krise. Väter und Mütter, die wegen eingeschränkten Kita- oder Schulbetriebs nicht arbeiten können, sollen länger Geld vom Staat bekommen. Im gleichen Gesetz wird die Mehrwertsteuer für Speisen in der Gastronomie von 19 auf 7 Prozent gesenkt. 

Seehofer als Zeuge im Untersuchungsausschuss zur Pkw-Maut 

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) wird am Vormittag als Zeuge im Untersuchungsausschuss des Bundestags zur gescheiterten Pkw-Maut erwartet. Der Auftritt des früheren CSU-Chefs wird mit Spannung erwartet. 

BGH urteilt über Einwilligung in Cookies

Der Bundesgerichtshof (BGH) urteilt am Morgen über das Setzen von Cookies im Internet. Bei dem Fall geht es um Online-Gewinnspiele des Unternehmens Planet49. Den Haken für die Zustimmung zu Cookies hatte der Anbieter bereits gesetzt. Nach europäischem Recht ist das nicht zulässig, denn Nutzer müssen dem Setzen von Cookies im Internet aktiv zustimmen. Jetzt entscheidet der BGH, ob das auch für den Fall aus dem Jahr 2013 gilt.

Dürfen Verbraucherzentralen gegen Facebook klagen?

In einer weiteren Entscheidung will der Bundesgerichtshof (BGH) die Frage entscheiden, ob Verbraucherverbände bei Datenschutzverstößen anstelle von betroffenen Nutzern gegen Facebook klagen dürfen. Möglicherweise holt der BGH aber zunächst noch die Meinung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) dazu ein, wie in der Verhandlung im Februar deutlich wurde.

Chinas Volkskongress endet mit kontroversem Beschluss zu Hongkong 

Mit einem Beschluss für ein umstrittenes Sicherheitsgesetz in Hongkong geht am Donnerstag die einwöchige Jahrestagung des chinesischen Volkskongresses in Peking zu Ende. Die Abgeordneten sollen nach dem Willen der kommunistischen Führung den Ständigen Ausschuss des chinesischen Parlaments beauftragen, das Gesetz zum Schutz der nationalen Sicherheit in der chinesischen Sonderverwaltungsregion zu erlassen. 

Französischer Premier will weitere Corona-Lockerungen ankündigen 

Frankreichs Premierminister Édouard Philippe will am Donnerstag (16.00 Uhr) in Paris weitere Lockerungen der coronabedingten Beschränkungen im Land ankündigen. Bürger warten mit Spannung darauf, ob vom Dienstag nächster Woche an (2. Juni) möglicherweise Parks, Cafés und Restaurants wieder öffnen können. Für Schulen stellte die Regierung bereits weitere Erleichterungen in Aussicht. 

VfB und HSV kämpfen um Vorteil im Zweitliga-Aufstiegsrennen

Für den VfB Stuttgart und den Hamburger SV geht es im Zweitliga-Topspiel am Abend (20.30 Uhr/live im stern-Ticker) um den Vorteil im Endspurt des Aufstiegskampfes. Der HSV von Trainer Dieter Hecking kann sich mit einem Auswärtssieg um vier Punkte vom VfB absetzen. Beenden die Schwaben ihre Negativserie von vier Spielen ohne Sieg und gewinnen, rücken sie dagegen wieder vor den HSV.

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jek/wue / DPA / AFP