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Die Morgenlage Belarussische Flugzeug-Zwangslandung vom Kreml abgesegnet? Vorwürfe gegen Russland werden laut

Blogger Protassewitsch meldet sich - Opposition besorgt
Sehen Sie im Video: Belarus – Inhaftierter Blogger Protassewitsch meldet sich zu Wort.




Einen Tag nach der erzwungenen Landung eines Passagierflugzeugs in Belarus hat sich der festgenommene Blogger Roman Protassewitsch in einem Video zu Wort gemeldet. Es wurde in einem regierungsnahen Nachrichtenkanal bei Telegram am Montagabend verbreitet. Darin bestätigte der gezeichnete Blogger, dass er im "Untersuchungsgefängnis Nr. 1" in der Hauptstadt Minsk sei. Zu Berichten über einen angeblichen Krankenhausaufenthalt wegen Herzproblemen sagte er, dass er keine gesundheitlichen Probleme habe, auch nicht mit dem Herzen und anderen Organen. Zudem sei er nach gesetzeskonform behandelt worden, und arbeite mit den Ermittlern zusammen und wolle weiter Geständnisse ablegen. Nach Einschätzung der Opposition ist das Video unter Druck zustande gekommen. "Roman hat nie freiwillig gesagt, was er jetzt in die Kamera gesagt hat", hieß es bei Telegram. Er sehe zudem "ziemlich gefoltert" aus. "Sein Gesicht ist geschminkt, Spuren von Schlägen sind sichtbar, seine Nase ist gebrochen." Behörden der autoritär regierten Republik hatten am Sonntag ein Flugzeug auf dem Weg von Athen nach Vilnius zur Landung gezwungen. An Bord der Maschine war nach Angaben von Menschenrechtlern auch der von Lukaschenko international gesuchte Blogger. Einen Tag nach der erzwungenen Landung bestätigte das belarussische Innenministerium, dass der Blogger festgenommen wurde.
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EU-Landwirtschaftsminister beraten über europäische Agrarreform +++ Sieben-Tage-Inzidenz erstmals seit Oktober auf unter 50 +++ Syrer wählen Präsidenten +++ Die Nachrichtenlage am Mittwochmorgen.

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

die erzwungene Landung einer Ryanair-Maschine in Minsk hat erste Konsequenzen für Belarus, mehrere Airlines umfliegen das Land nun. Und es hagelt weiter Kritik an der Festnahme des regierungskritischen Bloggers Roman Protasewitsch. Lukaschenko schwieg bislang – und verschob eine für gestern angekündigte Stellungnahme auf heute. 

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag

Wir haben für Sie zusammengefasst, was in der Nacht passiert ist:

Vorwürfe gegen Russland nach Flugzeug-Zwangslandung in Belarus

Im Fall der Zwangslandung der Ryanair-Passagiermaschine in Belarus hält Norbert Röttgen, der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, eine Beteiligung Russlands nicht für ausgeschlossen. "Es ist mindestens davon auszugehen, dass die staatliche Entführung des Flugzeuges vom Kreml abgesegnet war, wenn es nicht sogar auch operative Unterstützung seitens Russlands gegeben hat."

Ohne die umfassende Unterstützung des russischen Präsidenten Wladimir Putin wäre der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko schon lange nicht mehr an der Regierungsgewalt, sagte der CDU-Politiker der "Rheinischen Post" und dem Bonner "General-Anzeiger".

Ministerin: So schnell wie möglich Regelbetrieb in Kitas und Schulen

Die Schulen und Kitas in Deutschland sollten aus Sicht von Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht zügig zum normalen Regelbetrieb zurückkehren. Aktuelle Studien zeigten, wie sehr die Corona-Pandemie gerade Schulkinder psychisch belaste, sagte die SPD-Politikerin der "Rheinischen Post". Kinder dürfen aus Lambrechts Sicht bei den jetzigen Lockerungen der staatlichen Corona-Beschränkungen nicht hintanstehen.

Jahrestag von George Floyds Tod: Biden trifft Angehörige

Ein Jahr nach der Tötung des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz ist US-Präsident Joe Biden mit Angehörigen des Opfers zusammengekommen. Das Weiße Haus teilte mit, an dem Treffen in Washington am Jahrestag von Floyds Tod habe auch Vizepräsidentin Kamala Harris teilgenommen, die erste Schwarze in dem Amt. Biden forderte nach dem rund einstündigen Gespräch hinter verschlossenen Türen im Weißen Haus weitere Maßnahmen gegen Rassismus und Polizeigewalt.

Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sinkt erstmals seit Oktober auf unter 50

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen ist erstmals seit vergangenen Oktober auf unter 50 Fälle pro 100.000 Einwohner gesunken. Wie das Robert-Koch-Institut unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter meldete, lag sie bei 46,8. Bundesweit wurden 2626 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Innerhalb eines Tages wurden 270 weitere Todesfälle gemeldet.

Was heute wichtig wird

Das sind die wichtigsten Themen und Termine des Tages:

Bundesgericht verhandelt über Zulässigkeit von Diesel-Fahrverboten

Über die Zulässigkeit von Diesel-Fahrverboten zur Einhaltung der Grenzwerte für Stickstoffdioxid in drei Städten verhandelt das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hatten auf eine entsprechende Änderung in den Luftreinhalteplänen in Hamburg, Kiel und Ludwigsburg geklagt. In den Vorinstanzen waren die Umweltverbände erfolgreich. Die Gerichte hatten jedoch die Revision in Leipzig zugelassen.

EU-Landwirtschaftsminister beraten über europäische Agrarreform

Der Streit um die Reform der milliardenschweren EU-Agrarpolitik geht möglicherweise in die entscheidende Phase. Heute treffen sich die EU-Landwirtschaftsministerinnen und -minister, um über die künftige Gestaltung des Pakets in Höhe von 387 Milliarden Euro zu diskutieren. Die Ausrichtung der Landwirtschaftspolitik auf EU-Ebene prägt auch Deutschland stark. Beteiligte gehen davon aus, dass eine Einigung in dieser Woche möglich ist.

Zahlen zu Gewalt an Kindern im Corona-Jahr 2020 werden vorgestellt

Wie oft sind Kinder 2020 als Opfer von Gewalt erfasst worden? Zu diesem Thema wird um 11 Uhr die Polizeiliche Kriminalstatistik mit den Zahlen aus dem vergangenen Jahr vorgestellt. Zur Vorstellung werden unter anderem der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Holger Münch, und der unabhängige Bundesbeauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, erwartet.

Syrer wählen Präsidenten – Opposition spricht von "Farce"

Die Wähler in Syrien sind aufgerufen, über den nächsten Präsidenten des Bürgerkriegslandes abzustimmen. Beobachter erwarten eine klare Mehrheit für Amtsinhaber Baschar al-Assad, der seit dem Jahr 2000 an der Macht ist. Seine Regierung kontrolliert rund zwei Drittel des Landes – und nur in diesen Gebieten können die Wähler an der Abstimmung teilnehmen. Die beiden Mitbewerber Assads gelten nur als Zählkandidaten ohne echte Chance. Regierungskritiker sehen in der Abstimmung eine "Farce". 

Klassenerhalt oder Aufstieg: Köln und Kiel bestreiten Relegation

Der 1. FC Köln will den siebten Abstieg aus der Fußball-Bundesliga verhindern, Holstein Kiel den erstmaligen Aufstieg ins Oberhaus schaffen: Der Drittletzte der Bundesliga und der Zweitliga-Dritte treffen ab 18.30 Uhr in Köln zum Hinspiel der Relegation aufeinander. Das Rückspiel steigt drei Tage später in Kiel.

Man United will gegen Villarreal ersten Titel seit 2017 gewinnen

Im Finale der Europa League trifft Manchester United um 21 Uhr auf den FC Villarreal. Gegen die Spanier will der englische Vizemeister seinen ersten Titel seit 2017 gewinnen. Auch damals triumphierte Manchester in der Europa League. Das Endspiel im polnischen Danzig könnte deutlich stimmungsvoller werden als die meisten anderen Fußballspiele zuletzt: Im Stadion sind bis zu 9500 Zuschauer erlaubt

Weitere Nachrichten lesen Sie hier bei stern.de. Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Tag.

Ihre stern-Redaktion

DPA AFP

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