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Die Morgenlage Biden setzt 59 chinesische Firmen auf Schwarze Liste – Peking ist empört

US-Präsident Joe Biden
Joe Biden hat die von seinem Vorgänger Donald Trump angelegte Schwarze Liste mit chinesischen Unternehmen um 59 Firmen erweitert
© Mandel Ngan / AFP
Deutsche U21-Nationalelf erreicht EM-Finale +++ Nobelpreisträger appellieren an Staatschefs +++ Polizei in Hongkong nimmt bekannte Demokratie-Aktivistin fest +++ Die Nachrichtenlage am Freitagmorgen.

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

angesichts anhaltender politischer Spannungen mit China hat US-Präsident Joe Biden eine Sanktionsliste für chinesische Unternehmen erweitert. Wie das Weiße Haus mitteilte, wurden weitere Konzerne im Zusammenhang mit chinesischer Überwachungstechnologie auf die Schwarze Liste gesetzt – um "die zentralen nationalen Sicherheitsinteressen der USA und die demokratischen Werte zu schützen", wie es hieß.

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag

Wir haben für Sie zusammengefasst, was in der Nacht passiert ist:

US-Präsident setzt weitere chinesische Unternehmen auf Schwarze Liste

US-Präsident Joe Biden verschärft das Vorgehen gegen chinesische Firmen mit angeblichen Verbindungen zum chinesischen Militär. Biden unterzeichnete eine Verfügung, wonach Amerikanern der Handel mit Wertpapieren von zunächst 59 chinesischen Firmen ab dem 2. August verboten wird. Die Maßnahme baut auf einer Verfügung von Biden-Vorgänger Donald Trump auf, in deren Folge mehr als 40 Firmen mit angeblichen Militär-Verbindungen auf die Schwarze Liste gesetzt wurden. Die Sanktionen zielen den Angaben zufolge auf Unternehmen ab, denen vorgeworfen wird, an Technologien beteiligt zu sein, die "Unterdrückung oder schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen erleichtern". Dies untergrabe "die Sicherheit oder die demokratischen Werte der Vereinigten Staaten und unserer Verbündeten", hieß es aus Washington.

China protestierte bereits vor der Verkündung gegen die Pläne. Außenamtssprecher Wang Wenbin sagte, die USA ignorierten die Fakten, sollten "ihre Fehler korrigieren und aufhören, den Finanzmärkten und Interessen von Investoren zu schaden".

U21 bejubelt Finaleinzug – gegen Portugal "alles reinwerfen"

Zum dritten Mal in Serie schafft es die deutsche U21 ins EM-Endspiel. Dieses Mal heißt der Gegner Portugal. Nach einem begeisternden Sieg im Halbfinale gegen die Niederlande mit 2:1 (2:0) sieht das Team für sich keine Grenzen mehr. Coach Kuntz ist jetzt schon stolz auf den Teamspirit. An die große Endspiel-Herausforderung wollte Kuntz aber noch nicht denken. "Heute Abend genießen wir ein ganz tolles Halbfinale", sagte der deutsche Fußball-Nationaltrainer nach dem dritten Finaleinzug mit seiner U21 in Serie. Erst ab Freitag werde er sich "Gedanken über Portugal" machen, das am Sonntag in Ljubljana in Slowenien der deutsche Endspiel-Gegner und bislang die überragende Mannschaft des Turniers ist.

Nobelpreisträger appellieren an Staatschefs: Handelt jetzt beim Klima

Im Vorfeld des G7-Gipfels in Großbritannien haben 126 Nobelpreisträger eine Erklärung zum Klimaschutz unterzeichnet und den Staats- und Regierungschefs übergeben. Das teilte das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) mit. "Die Menschheit nimmt enorme Risiken für unsere gemeinsame Zukunft in Kauf", heißt es in der Erklärung an die Teilnehmer des Gipfeltreffens im englischen St. Ives (11. bis 13. Juni). "Die Gesellschaften riskieren weitreichende, unumkehrbare Veränderungen der Biosphäre." Die Nobelpreisträger appellieren an die Staats- und Regierungschefs, jetzt zu handeln, um den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 zu halbieren. "Die Zeit läuft ab, in der sich unumkehrbare Veränderungen verhindern lassen."

Polizei in Hongkong nimmt bekannte Demokratie-Aktivistin in Gewahrsam

Am 32. Jahrestag der Niederschlagung der Proteste auf dem Tiananmen-Platz hat die Polizei in Hongkong eine bekannte Demokratie-Aktivistin Gewahrsam genommen. Die Juristin Chow Hang-tung wurde am Freitagmorgen vor ihrem Büro von vier Polizisten in Zivil vorläufig festgenommen, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Die Aktivistin wurde in einer schwarzen Limousine weggebracht. Chow ist eine der stellvertretenden Vorsitzenden einer Allianz, die jedes Jahr am 4. Juni eine Mahnwache zum Gedenken an die Opfer der brutalen Niederschlagung von 1989 organisiert. Die Behörden in Hongkong hatten die Gedenkveranstaltung bereits zum zweiten Mal in Folge unter Verweis auf die Corona-Pandemie verboten.

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Was heute wichtig wird

Das sind die wichtigsten Themen und Termine des Tages:

Dritter Tag des Internationalen Wirtschaftsforums SPIEF mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin

Im Mittelpunkt stehen unter anderem Veranstaltungen zum Klimaschutz und zur Nachhaltigkeit, zum Druck von Sanktionen und zu den Beziehungen zwischen Russland und der EU und Deutschland. Kremlchef Wladimir Putin besucht das SPIEF an diesem Freitag. Erwartet werden auch Chefs von großen deutschen Firmen. Im vergangenen Jahr war das größte Wirtschaftsforum Russlands wegen der Corona-Pandemie ausgefallen.

So zeigte eine Künstlerin Putin die Zähne

Urteil im Prozess um schweren Kindesmissbrauch erwartet

Nach einer Kontaktanfrage auf einer Autobahntoilette wird einem Mann ein Mädchen zum Missbrauch angeboten und er willigt ein: Heute (um 08.30 Uhr) wird das Urteil im Prozess um schweren sexuellen Missbrauch eines Kindes gegen einen 50-Jährigen erwartet. Dem Mann wird außerdem die Verbreitung pornografischer Schriften vorgeworfen. Ein Verfahren gegen die Mutter wegen Beihilfe zum schweren sexuellen Missbrauch von Kindern durch Unterlassen beginnt am 29. Juni.

Jahrestag der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung von 1989 in China

In der Nacht zum 4. Juni 1989 schlug die chinesische Volksbefreiungsarmee die Demokratiebewegung blutig nieder. Einige Hundert Menschen kamen bei dem Massaker um den Tian'anmen-Platz in Peking ums Leben. Die genaue Zahl ist nicht bekannt. Tausende wurden verletzt oder inhaftiert. Das sonst jährliche Gedenken an die Opfer wurde in Hongkong im zweiten Jahr in Folge verboten. Als Grund wurde die Pandemie genannt, doch sehen Kritiker politische Motive.

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Ihre stern-Redaktion

yks AFP DPA

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