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Bücher: Elke Heidenreich empfiehlt Politikern, mehr zu lesen

Elke Heidenreich empfiehlt Politikern, mehr zu lesen

Hamburg - Harsche Kritik am Leseverhalten der Politiker hat die Autorin und ZDF-Literaturkritikerin Elke Heidenreich geübt. In einem Interview mit dem stern sagte sie: "Wenn unsere Politiker mehr lesen würden, wären sie nicht solch langweilige Hansel". US-Präsident George W. Bush würde sie "Bowling For Columbine" von Michael Moore empfehlen sowie alles von Susan Sontag. "Aber er wird sie leider nicht verstehen", schränkte Heidenreich ein. Was Bundeskanzler Gerhard Schröder oder Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber läsen, sei ihr allerdings "wurscht".

Sie selbst sei zwar durch Bücher kein besserer Mensch geworden. "Aber man versteht die Welt ein bisschen besser. Und den eigenen Platz darin. Man jammert weniger. Und ich werde etwas klüger", sagte sie dem stern. Ihr selbst hätten Bücher auch bei ihrer Krebserkrankung vor einem Jahr geholfen. Im Krankenhaus habe sie "Abbitte" von Ian McEwan gelesen. "Die Geschichte dieses Mädchens, das mit einer schlimmen Lüge das Leben von ganz vielen Menschen zerstört, hat mich abgelenkt und beschäftigt. Ich lag da mit dieser Kanüle im Arm und war gerettet", so Heidenreich.

Dem Feuilleton in den deutschen Zeitungen warf die Schriftstellerin vor, "zu verkopft und zu selbstverliebt" zu sein. "Wenn man schon die Kritiken nicht versteht, wie soll man sich dann an die Bücher heranwagen?", fragt sie im stern.

Nachrichtenredaktion